Trotz Atomausstieg

Atommüll: Entwarnung in einer Million Jahren

Der beschleunigte Atomausstieg ist beschlossene Sache, doch was ist mit den Altlasten? Eine Million Jahre soll es dauern, bis wirklich alle Restrisiken abgebaut sind. Forscher tüfteln deshalb an allen möglichen Methoden, um den strahlenden Müll wenigstens sicher lagern zu können.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

München (red) - Atomausstieg hin oder her: Eine Million Jahre muss unser ständig wachsender Atommüll gelagert werden. Doch wo? Im Erdinneren, im Meeresgrund, im Weltall? Wie die Zeitschrift P.M. Magazin in ihrer Juli-Ausgabe berichtete, tüfteln Wissenschaftler an acht Methoden, von denen eine abenteuerlicher klingt als die andere.

Nach dem Atomausstieg den Müll einschweißen?

Ein Beispiel: Heißen Müll versickern lassen. Das Prinzip: Es klingt wie Science-Fiction. Doch der russische Atomforscher Michael Ojovan von der University of Sheffield ist überzeugt, dass man heißen Atommüll in eine 50 Zentimeter dicke Wolframkugel einschweißen, diese auf 1300 Grad Celsius erhitzen und sich langsam von allein ins Erdinnere fressen lassen kann. "Laut unseren Berechnungen würde die Kugel zwei Meter pro Stunde sinken, das wären 17 Kilometer im Jahr", sagt Ojovan. Auf den Schacht käme zuletzt ein zwei Kilometer langer Verschluss.

Der Atomausstieg hat Folgen - und der Müll bleibt

Vorteil der Methode: Ultratiefenlagerung ohne Bohren senkt die Kosten. Der praktische Beweis, dass das Ganze funktioniert und sich kontrollieren lässt, steht allerdings noch aus. Zudem käme die Methode nur für besonders heiße Abfälle infrage.