Provokante Aktion

Atommüll-Endlager mitten in Berlin gesucht

Mit einer spektakulären Aktion will das Kampagnennetzwerk Campact heute in Berlin für das Festhalten am Atomausstieg demonstrieren. Mit einer Castor-Attrappe samt 40-Tonnen-Lastwagen, Sirenen, Schutzanzügen und Geigerzählern soll in der Innenstadt nach geeigneten Endlagerstätten für radioaktiven Müll gesucht werden.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp-bln/red) - Geplant sei auch eine demonstrative Probebohrung vor dem Brandenburger Tor, wie die Kampagne ankündigte. Die Polizei erwartet nach Angaben einer Sprecherin rund 150 Teilnehmer an der Demonstration.

"Mit der Aktion legen wir die größte Schwachstelle der Atomlobby offen: die ungelöste Endlagerung des Jahrmillionen strahlenden Atommülls", erklärte Campact. Beim Gedanken an radioaktiv strahlenden Abfall vor der eigenen Haustür seien selbst eingefleischte Atomkraft-Befürworter entsetzt. Da niemand den strahlenden Müll haben wolle, sei es unverantwortlich, die Laufzeiten der Atomkraftwerke zu verlängern, wie es CDU/CSU und FDP planten.

Die Aktion ist den Angaben zufolge Auftakt zu einer bundesweiten Tour durch zwölf Großstädte. Damit wollen Campact und ein Bündnis aus Initiativen und Umweltverbänden kurz vor der Bundestagswahl Druck auf die Parteien machen, damit diese am Atomausstieg festhalten.