Pläne

Atomland Frankreich baut Windparks auf See

Das traditionelle Atomstromland Frankreich will bis 2016 fünf Offshore-Windparks mit einer Gesamtleistung von drei Gigawatt bauen. Gebote für Errichtung und Betrieb müssten Industriekonsortien am (heutigen) Mittwoch abgeben, berichtete die "Financial Times Deutschland" (Mittwochausgabe).

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Hamburg/Paris (dapd/red) - Die Windparks vor den Küsten der Normandie und der Bretagne hätten einem Auftragswert von zehn Milliarden Euro.

Bei der Windkraft sieht sich Frankreich als rückständig

Bis 2020 wolle Frankreich die Stromerzeugungskapazität auf hoher See weiter auf sechs Gigawatt erhöhen, heißt es in dem Bericht. Ziel sei es, den Rückstand zu Deutschland und Großbritannien bei der Windkraft aufzuholen. Deutsche Unternehmen hielten sich demnach bei der aktuellen Ausschreibung zurück und beklagten eine versteckte Bevorzugung französischer Hersteller.

Frankreichs Abhängigkeit von der Atomindustrie

Erst kürzlich hatte sich herausgestellt, dass die nuklearen Anlagen in Frankreich bislang nicht für Naturkatastrophen wie Erdbeben und Überschwemmungen ausgerüstet sind. Die Atomaufsicht ist de facto vom Staat abhängig, denn Präsident Sarkozy hat sich stets hinter die landeseigene Atomindustrie gestellt und sie für unverzichtbar erklärt. Deshalb konnte sich die Atomaufsicht kaum erlauben, einige Anlagen für zu unsicher für den Weiterbetrieb zu erklären - was heftig kritisiert wurde.