Schutz vor Terrorangriffen

Atomkraftwerke im Nebel: Sicherheitskonzept wird Realität

Klingt wie ein Scherz - soll aber wirksam sein. Ab 2005 sollen sich Kernkraftwerke auf Knopfdruck in künstlichen Nebel hüllen können. Ein entsprechendes Konzept verabschiedeten gestern die vier deutschen Atomkraftwerkbetreiber. Das soll den Piloten bei eventuellen Terrorangriffen aus der Luft die Orientierung erschweren.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Düsseldorf (red) - Kernkraftwerke werden künftig im Falle drohender Gefahr binnen weniger Sekunden in künstlichem Nebel verschwinden können. Das ist ein Teil des Sicherheitskonzepts, auf das sich die vier deutschen Kernkraftbetreiber RWE, EnBW, E.ON und Vattenfall geeinigt haben, berichtete gestern das "Handelsblatt".

Die Rüstungsfirma Rheinmetall ist bereits mit dem Projekt beauftragt worden. Der Nebel wird aus umweltfreundlichem Phosphor bestehen und eventuellen Flugzeugentführern die Orientierung erschweren. Dabei wird die Vernebelungstechnik erstmals im zivilen Bereich eingesetzt, bis 2005 könnten alle 18 deutschen Meiler damit ausgerüstet werden.

Bereits im März hatten die Betreiber ein Sicherheitskonzept vorgelegt, das sich auf die Vernebelung von Kernkraftwerken stützte. Diese Technik kann insofern wirksam sein, als dass es bei gezielten Flugzeugabstürzen durchaus auf den Aufprallwinkel ankommt. Zudem kann die Zusammensetzung des Nebels auch Infrarot- und Radarsignale stören. Im März lehnte das Umweltministerium das Konzept als nicht ausreichend ab. Daraufhin wurde es modifiziert und jetzt erneut vorgelegt.

Dennoch zeigte sich das Umweltministerium auch gestern nicht überzeugt. Bleibt abzuwarten, wie die Bundesländer, denen die Aufsicht über Kernkraftwerke obliegt, darauf reagieren. Anschließend wird das Umweltministerium die Genehmigungen erneut prüfen.

Nebel hin oder her, klar ist, dass es ohnehin keinen 100-prozentigen Schutz gibt. Darin waren sich Energiebranche und Politik gestern immerhin einig.