Streit beigelegt

Atomkraftwerk Grohnde ist wieder am Netz

Das Atomkraftwerk Grohnde wurde doch wieder ans Netz angeschlossen. Damit konnte einem teuren Rechtsstreit gerade noch aus dem Weg gegangen werden. Das niedersächsischen Umweltministerium hatte Netzwerkbetreiber Eon vorgeworfen, bei Reparaturarbeiten gepfuscht zu haben.

Atomkraftwerk© Oliver Hausen / Fotolia.com

Hameln (dpa/red) - Das Atomkraftwerk Grohnde ist nach zweimonatiger Überprüfung und einem Streit zwischen Umweltministerium und Betreiber Eon wieder am Netz. Der Meiler bei Hameln sei am Samstagabend wieder mit dem Stromnetz verbunden worden, teilte Eon am Sonntag mit. Das AKW war vor zwei Monaten für eine Revision abgeschaltet worden. Das Umweltministerium hatte den Neustart zunächst gestoppt, weil es Hinweise auf mögliche Mängel bei der Reparatur gegeben hatte.

Ordnungsgemäße Reparatur

Am Freitagabend wurde die Genehmigung dann aber doch erteilt. Eon habe den Nachweis erbracht, dass die Reparaturarbeiten ordnungsgemäß ausgeführt worden seien, teilte das Ministerium in Hannover mit. Dies habe auch der TÜV bestätigt, der Betriebsleiter in Grohnde habe die Vorwürfe in einer eidesstattlichen Versicherung zurückgewiesen.

Eon stellte einen Eilantrag

Zuvor hatte Eon noch einen Eilantrag beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg gestellt, um das Wiederanfahren des Kraftwerks gerichtlich zu erzwingen. Für die zweimonatigen Arbeiten in Grohnde investierte Eon nach eigenen Angaben rund 63 Millionen Euro. Dabei waren außer einem Defekt an einem Generator Schäden an Drosselkörpern entdeckt worden, die den Wasserfluss zur Kühlung der Brennelemente steuern.

Vorwurf: Pfusch bei der Reparatur

Die Anti-Atom-Initiative Ostwestfalen-Lippe hatte beklagt: Eon habe einen Riss an einer 30 Jahre alten Armatur unter Zeitdruck schweißen lassen, damit Grohnde an diesem Wochenende rasch wieder hochgefahren werden könne. Der Energiekonzern nannte die Kritik ein durchsichtiges, politisch motiviertes Manöver.

Umweltminister Stefan Wenzel sagte zu Kritik aus der Landtagsopposition: "Die meinem Ministerium und mir unterstellten Vorwürfe der politischen Willkür und des Rechtsbruchs weise ich auf das Entschiedenste zurück." Das Ministerium habe sich streng an Recht und Gesetz gehalten.

Quelle: DPA