Atomkraftwerk Grohnde für Revision abgeschaltet

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Gestern wurde das Atomkraftwerk Grohnde zum jährlichen Brennelementewechsel und der damit verbundenen Revision voraussichtlich bis Mitte April vom Netz genommen. Das Kraftwerk war seit der letzten Revision im April 1999 in Betrieb. Der Stillstand der Anlage wird nach Planungen des Betreibers etwa drei Wochen dauern. Während des Stillstandes sollen 48 der 193 Brennelemente im Reaktorkern gegen neue ausgetauscht werden. Wie in den Vorjahren werden in der Revision eine Vielzahl von routinemäßigen Prüfungen, Instandhaltungsmaßnahmen und kleinere Änderungen durchgeführt. Im Zentrum der diesjährigen Arbeiten stehen die Druckprüfung des Reaktorkühlsystems mit dazugehörigen zerstörungsfreien Prüfungen - Röntgen- und Ultraschallprüfungen - sowie die Wartung des Turbinengenerators. Als sicherheitstechnische Verbesserung der Anlage sollen außerdem katalytische Rekombinatoren zum Wasserstoffabbau im Reaktorsicherheitsbehälter installiert werden. Rekombinatoren dienen dem successiven chemischen Abbau von explosionsfähigem Wasserstoffgas, das bei schweren Unfällen als Folge chemischer Reaktionen entstehen kann. Diese zusätzliche Notfallschutzmaßnahme soll mit dazu beitragen, dass auch im unterstellten Falle eines schweren Unfalles mit Kernschäden die Unfallfolgen auf die Anlage beschränkt bleiben. Außerdem werden im sicherheitstechnischen Bereich der Anlage Absperrarmaturen an so genannten Messumformern vorsorglich überprüft, nachdem im Kraftwerk Brokdorf Fertigungsfehler an solchen Armaturen des gleichen Herstellers festgestellt worden sind. Alle für die nukleare Sicherheit bedeutsamen Revisionsarbeiten werden vom Niedersächsischen Umweltministerium und zugezogenen Sachverständigen des TÜV Hannover/ Sachsen- Anhalt intensiv überprüft.