"Krawalltourismus"

Atomkraftgegner reisen zu Demo gegen "Stuttgart 21"

Bei der nächsten Montagsdemo gegen das Bahnprojekt "Stuttgart 21" erhalten die Demonstranten Unterstützung von Atomkraftgegnern aus dem Wendland. Die CDU im Ländle zeigt sich not amused und spricht von "Berufsdemonstranten" und "Protesttraktoren", die die Stimmung unnötig anheizen würden.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Lüchow (dapd/red) - Die Gegner des Atommülllagers Gorleben wollen sich mit ihren Traktoren auf den Weg nach Stuttgart machen und an der Montagsdemo am 18. Oktober teilnehmen, teilte die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg (BI) am Mittwoch mit. "Wir demonstrieren den Schulterschluss, denn Stuttgart 21 und Gorleben stehen symbolisch für das Vorgehen der politischen Klasse, die Profit- und Renommierinteressen gegen die Bürger durchzusetzen", sagte der Sprecher der Initiative, Wolfgang Ehmke.

Per Tieflader sollen die Traktoren nach Stuttgart gebracht werden. Gleichzeitig fährt ein Bus mit Gorleben-Gegnern von Lüchow nach Stuttgart. Auf der Kundgebung im Schlossgarten will dann auch die BI-Vorsitzende Kerstin Rudek sprechen.

Der Generalsekretär der baden-württembergischen CDU, Thomas Strobl, warf den Atomkraftgegnern "Krawalltourismus" vor. "Die sogenannten Montagsdemonstrationen scheinen mehr und mehr zum Anziehungspunkt für Berufsdemonstranten aus ganz Deutschland zu werden. Wenn nun Atomkraftgegner aus dem norddeutschen Wendland ihre Protesttraktoren mit schweren Lkw nach Stuttgart schaffen wollen, dann schadet dies nicht nur der Umwelt, sondern dann heizt dies die Stimmung in Stuttgart in unverantwortlicher Art und Weise weiter an", kritisierte er. Auf einen solchen "Krawalltourismus" könne man in Baden-Württemberg gut verzichten.