Widerstand

Atomkraftgegner kündigen Anti-Castor-Protest an

Atomkraftgegner haben vor dem am Wochenende erwarteten Castortransport ins niedersächsische Zwischenlager Gorleben "hartnäckigen Widerstand" angekündigt. Zu einer Demonstration am Samstag in Gorleben würden rund 3000 Teilnehmer erwartet, so ein Sprecher.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover/Berlin (ddp-nrd/sm) - Am Sonntag werde es unter anderem eine Aktion am Verladekran in Dannenberg geben, sagte Jochen Stay, Sprecher der Bürgerinitiative x-tausendmal quer, am Donnerstag in Hannover. Stay geht davon aus, dass den Atomkraftgegnern im Wendland rund 16 000 Polizisten gegenüber stehen werden.

Der Sprecher betonte, die Polizisten würden nicht als Gegner angesehen. Der Protest richte sich vielmehr gegen die Politik und die Stromkonzerne. Mit "bunten und kreativen Aktionen" wollten die Atomkraftgegner Lebensfreude zum Ausdruck bringen, weil Wut allein nicht zum Ziel führe.

Man wolle vor allem deutlich machen, dass die Atompolitik "in einem Dilemma" stecke, sagte Stay. Seit den 60er Jahren produzierten Atomkraftwerke radioaktive Abfälle und noch immer gebe es kein geeignetes Endlager. Der Sprecher der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI), Francis Althoff, betonte, Politik und Industrie wollten Gorleben als Endlager durchsetzen, obwohl sie die Eignung des Salzstocks dafür nicht begründen könnten.

Mit Blick auf geplante Protestaktionen warf Althoff den Behörden zugleich Verfassungsbruch vor. Für mehrere Anmeldungen von Protestveranstaltungen habe man keine Antwort erhalten. Damit werde den Atomkraftgegnern im Vorfeld jede Möglichkeit genommen, rechtliche Schritte gegen ein behördliches Veranstaltungsverbot zu unternehmen.

Die Atomkraftgegner gehen davon aus, dass der Castortransport aus der Wiederaufbereitungsanlage La Hague am Freitag in Frankreich startet und am Samstagmittag die deutsch-französische Grenze überquert. Mit dem Eintreffen des Transports im Landkreis Lüchow-Dannenberg wird am Sonntag gerechnet.

Die Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion für Reaktorsicherheit Angelika Brunkhorst forderte angesichts der Kosten von mehr als 20 Millionen Euro für das Land Niedersachsen eine bundeseinheitliche Regelung für die Kostenumlage. Außerdem fordert die FDP die Bundesregierung dazu auf, über eine Bündelung der Transporte nachzudenken, die wegen des erheblichen technischen Aufwands nicht möglich sein soll. Eine weitere alleinige Kostenlast für die regional betroffenen Länder sei unzumutbar.