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04.01.2010, 15:32 Uhr

Strom-News

BfS weist Kritik zurück

Atomkraftgegner kritisieren BfS für Schließungsoption der Asse

Die geplante Schließung des einsturzgefährdeten Atommülllagers Asse II bei Wolfenbüttel sorgt weiter für Streit. Ein Bündnis von Atomkraftgegnern und Bürgerinitiativen kritisierte am Montag die im Rahmen der Schließung angedachte Verfüllung des Salzstocks mit Beton als "unverantwortlich".

Hannover (ddp-nrd/red) - Die vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) als möglich erachtete Option der Vollverfüllung des Bergwerks sei lediglich eine Variierung des ohnehin umstrittenen Flutungskonzeptes, sagte Frank Hoffmann vom Asse-II-Koordinierungskreis am Montag in Hannover.

Der Asse-II-Koordinierungskreis, in dem Atomkraftgegner, Umweltschützer und Bürgerinitiativen zusammenarbeiten, verlangt vom BfS, die Möglichkeit der Betonverfüllung des maroden Bergwerks nicht weiter zu verfolgen. "Die Umsetzung wäre unverantwortlich", sagte Hoffmann. Die Behauptung des BfS, dass bei der Vollverfüllung alle Hohlräume des einsturzgefährdeten Salzstocks mit Beton gefüllt würden, sei nicht richtig. Vielmehr sehe auch das Konzept der Vollverfüllung vor, den radioaktiven Müll unterhalb der 700-Meter-Sohle mit einer Magnesiumchlorid-Lösung zu fluten.

Kritiker zweifeln an Sicherheit der Nassverwahrung

Die Nassverwahrung von Atommüll entspreche aber nicht dem Stand von Wissenschaft und Technik. Innerhalb weniger Jahrzehnte könnten bei einer Flutung des Salzstocks radioaktive Stoffe aus dem Müll ins Deckgebirge eindringen und sich von dort aus in das Grundwasser ausbreiten. Das Konzept zur Flutung der Asse hatte der ehemalige Betreiber der Schachtanlage, das Helmholtz-Zentrum in München, bereits erwogen. Selbst das BfS habe eine solche Flutung noch im Jahr 2008 abgelehnt.

Im Oktober hatten vom BfS als Asse-Betreiber beauftragte Gutachter die Ergebnisse ihrer Machbarkeitsstudien für die Stilllegung der Schachtanlage präsentiert. Zur Diskussion stehen die Rückholung der Abfälle, ihre Umlagerung innerhalb des Bergwerks oder die sogenannte Vollverfüllung der Anlage. Noch im Januar, nach Angaben des BfS "so bald wie möglich", soll das Ergebnis der vergleichenden Bewertung dieser Varianten der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

BfS wies die Kritik als nicht nachvollziehbar zurück

Das Amt erinnerte am Montag daran, dass vor der öffentlichen Bewertung der Schließungsvarianten noch eine Diskussionsrunde vorgesehen sei. Das BfS betonte, die jetzt vom Koordinierungskreis erhobene Kritik sei nicht nachvollziehbar. Diese Option sei bereits vor Monaten umfassend und öffentlich vorgestellt worden.

So sei detailliert geschildert worden, dass die erreichbaren Hohlräume mit Spezialbeton verfüllt und der untere Teil des Bergwerks mit der Magnesiumchlorid-Lösung geflutet würden. Die Flüssigkeit greife das leicht lösliche Salz nicht an und solle Grundwasser fernhalten. "Die Frage der konkreten Sicherheitsnachweise und die daraus resultierenden Planungsgrundlagen wären erst im nächsten Schritt, dem atomrechtlichen Planfeststellungsverfahren, zu erbringen", hieß es.

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