Krebsgefahr

Atomkraftgegner fordern Untersuchungen in NRW

Als Reaktion auf die Studie zu gehäuften Krebserkrankungen bei Kindern in AKW-Nähe fordern Atomkraftgegner aus dem Münsterland und dem Ruhrgebiet weitere Untersuchungen. Die Landesregierung und das BfS müssten auch an nordrhein-westfälischen Atomanlagen ähnliche Studien durchführen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamm (ddp-nrw/sm) - "Wir wollen wissen, ob auch rund um das Zwischenlager Ahaus und die Urananreicherungsanlage Gronau eine ähnliche Häufung der Krebsraten bei Kindern oder Erwachsenen zu beobachten ist", sagte der Sprecher der Bürgerinitiative Kein Atommüll in Ahaus, Felix Ruwe. "Sind Kinder auch an anderen NRW-Atomanlagen besonders gefährdet?", fragte Ruwe weiter.

Als "skandalös" bezeichnete es Horst Blume von der Bürgerinitiative Umweltschutz Hamm, dass die Umgebung des ehemaligen Atomkraftwerks in Hamm-Uentrop gar nicht untersucht worden sei. Dabei sei gerade der Thorium Hochtemperatur-Reaktor (THTR) bis zu seiner Stilllegung 1989 "einer der gefährlichsten Pannenreaktoren mit einigen schweren Unfällen" gewesen, erklärte Blume. Deshalb müssten auch Untersuchungen in Hamm und in den angrenzenden Gemeinden in den Kreisen Soest und Warendorf durchgeführt werden.

"Wir erwarten von der NRW-Landesregierung und dem BfS, dass bis zu einem aussagekräftigen Ergebnis in Ahaus und Gronau keine neuen atomaren Fakten geschaffen werden", sagte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, rufen die Anti-Atomkraft-Initiativen für den kommenden Sonntag (16. Dezember, 14.00 Uhr) zu einem Sonntagsspaziergang an dem Ahauser Brennelemente-Zwischenlager auf.

NRW-Grünen-Chef Arndt Klocke schloss sich der Forderung der Atomkraftgegner an. "Wir brauchen Erkenntnisse, ob das Krebsrisiko für Kinder und Erwachsene in der Nähe von Atomanlagen höher ist", sagte er. Die neue Studie eröffne "möglicherweise Wege zu ganz neuen Erkenntnissen", sagte Klocke. "Dem müssen wir umfassend nachgehen - im Sinne der Gesundheit von Tausenden Menschen."