Atommüll-Endlager

Atomkraftgegner behält Gorleben-Grundstücke

Für den Abtritt seiner Grundstücke über dem Salzstock Gorleben und den damit verbundenen Salzrechten hätte der Besitzer Andreas Graf von Bernstorff einen stolzen Preis erzielen können. Der Atomkraftkritiker jedoch behielt seine Besitzrechte und regt damit die Debatte zur Suche eines neuen Atommüll-Endlagers an.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Gorleben (dapd/red) - Dem Großgrundbesitzer und Atomkraftkritiker Andreas Graf von Bernstorff aus dem Kreis Lüchow-Dannenberg ist nach eigenen Angaben vor rund 35 Jahren ein vielfach überhöhter Preis für den Verkauf seiner Grundstücke über dem Gorlebener Salzstock angeboten worden. "Mir wurde damals das Zehnfache des Marktpreises geboten", sagte Bernstorff am Donnerstag nach Angaben des Bundestags-Pressedienstes hib vor dem Gorleben-Untersuchungsausschuss des Bundestages in Berlin.

Risiko der Enteignung ausgeblendet

Gleichzeitig habe ihm die damals bei der Planung der Atomanlagen federführende Firma DWK verdeutlicht, "dass bei einer Enteignung ein Bruchteil des Preises geboten würde". Bernstorff besitzt rund ein Drittel der Fläche über dem Salzstock und die dazu gehörenden Salzrechte. Er tritt diese bis heute nicht für die Erkundung des Salzstocks ab.

Zweifel an einer erneuten Endlagersuche

Diskutiert wird, wie viel Druck der Grundstücksbesitzer damit auf die politische Entscheidung über die Endlagersuche für Atommüll ausübt. An den von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) angekündigten Neubeginn einer Endlagersuche glauben die Atomkraftgegner im Wendland nicht. Für die Erkundung alternativer Standorte gebe es bisher gar kein Geld, erklärte die Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz Lüchow-Dannenberg am Freitag.

Gelder für Gorleben statt alternativer Endlagersuche

Für den weiteren Ausbau des Erkundungsbergewerks Gorleben stünden im Bundeshaushalt 2012 dagegen 73 Millionen Euro zur Verfügung. "Der propagierte Neustart der Endlagersuche ist ein Rohrkrepierer", sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Röttgen und Vertreter der Bundesländer hatten am 11. November angekündigt, dass neben Gorleben auch weitere Standorte als mögliche Endlager für hochradioaktiven Atommüll untersucht werden sollen.