Zwischenbilanz

Atomkraft weiter wichtigste Stromquelle für Bayern

Trotz der angekündigten Energiewende ist Atomkraft noch immer die wichtigste Stromquelle in Bayern. Ihr Anteil sinkt aber. 2011 stammten 43,8 Millionen Megawattstunden (MWh) und damit 58 Prozent der Stromerzeugung aus Atomkraftwerken, wie das Statistische Landesamt am Mittwoch in München mitteilte.

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München/Emmendingen (dapd/red) - Allerdings wurde 7,6 Prozent weniger Atomenergie erzeugt als im Vorjahr. Der zweitgrößte Anteil entfiel mit 14,6 Millionen MWh oder 19,3 Prozent auf die Wasserkraft. Erdgas und Erdöl kamen mit 10,8 Millionen MWh auf einen Anteil von 14,3 Prozent an der gesamten Stromerzeugung und Steinkohle mit 3,3 Millionen MWh auf 4,4 Prozent. Der Anteil erneuerbarer Energien, einschließlich der Wasserkraft, lag bei 20,2 Prozent - ein Plus von 4,6 Prozent.

Atomenergie sei wirtschaftlich ungünstig

Unterdessen bewertete ein Jahr nach der Atomkatastrophe von Fukushima der Biologe und Physiker Ernst Ulrich von Weizsäcker die Beschlüsse der Bundesregierung zum Atomausstieg als einen "sehr mutigen Schritt". Jetzt müssten sie umgesetzt werden und die Genehmigungsbehörden müssten mitspielen, sagte von Weizsäcker der dapd.

Das Argument, Atomenergie sei CO2-neutral, lässt der Wissenschaftler nicht gelten. "Uran ist geologisch mindestens so knapp wie Erdgas", sagte er. Außerdem habe die Bevölkerung speziell nach Tschernobyl und Fukushima große Sorge, "und man sollte sie nicht veräppeln".

Auch unter wirtschaftlichen Aspekten sei Atomenergie ungünstig, betonte von Weizsäcker. "Effizienz ist viel billiger", sagte er. "Wir können praktisch in allen Branchen fünf mal so energieeffizient werden. Das dauert zwar ein halbes Jahrhundert. Aber wenn man damit richtig anfängt, werden wir dadurch immer reicher."