Taiwan

Atomkraft-Debatte führt zu Tumulten im Parlament

In Taiwans Parlament ist am Freitag die Debatte über den Bau eines neuen Atomkraftwerkes in eine Prügelei ausgeartet. Parlamentarier gingen aufeinander los, rangen miteinander auf dem Boden und bespritzten sich gegenseitig mit Wasser. Weil Taiwan ohnehin viel Energie importiert, wird eine steigende Abhängigkeit befürchtet.

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Taipeh (dpa/red) - Der Hintergrund: Seit der Nuklearkatastrophe von Fukushima 2011 im Nachbarland Japan ist das Thema Atomkraft auf der Insel vor der chinesischen Küste sehr umstritten. Die Oppositionspolitiker der Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) wollen das Projekt auf alle Fälle verhindern.

Atomkraft immer umstrittener

In einer Umfrage gaben 70 Prozent der Taiwaner an, dass sie sich wegen des Baus eines neuen Kraftwerkes Sorgen machen. Die Opposition und Umweltschützer sind trotzdem gegen das geplante Referendum. Sie befürchten, dass nicht die nötige Zahl von 50 Prozent der Wahlberechtigten an der Abstimmung teilnehmen und das Kraftwerk gebaut werden kann. Die regierende Partei Kuomintang befürchtet bei einem Stopp erhebliche finanzielle Einbußen und Probleme mit der Energieversorgung. Schon heute importiert Taiwan einen Großteil seiner Energie aus dem Ausland.

Die jüngste Geschichte

Der Bau des vierten Atommeilers hatte bereits im Jahr 1999 begonnen. Als die DPP an der Macht war, wurde das Projekt 2000 zwischenzeitig gestoppt. Nach Angaben der staatlichen Energiegesellschaft ist der Bau des Kraftwerkes fast fertig. 2016 könne er ans Netz gehen.

Quelle: DPA