Gutachten

Atomkraft auf Rückzug: Weltweit weniger Atomkraftwerke

Die Atomkraft ist nach Auffassung des Schweizer Meinungsforschungsinstituts Prognos international auf dem Rückzug. 2020 würde es weltweit rund 22 Prozent weniger Atomkraftwerke geben als heute. Von den zahlreichen geplanten Neubauprojekten würden nur rund 35 Prozent wirklich realisiert.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

München (afp/red) - Wie die "Süddeutsche Zeitung" am Mittwoch unter Berufung auf ein vom Bundesumweltministerium in Auftrag gegebenes Gutachten des Instituts berichtet, wird es in den nächsten 20 Jahren anders als vielfach erwartet keine Renaissance der Kernenergienutzung geben. Das Institut erwartet demnach, dass der Bestand an Kernkraftwerken sukzessive sinkt.

"Altersbedingte Abschaltungen" führten dazu, "dass die Zahl der Reaktoren, die installierte Leistung und die Stromerzeugung in Kernkraftwerken deutlich zurückgeht", zitierte die "SZ" aus dem Gutachten. Dadurch reduziere sich die Zahl der weltweit betriebenen Kernkraftwerke bis 2020 um 22 Prozent, bis 2030 um 29 Prozent.

Zudem würden viele geplante Kraftwerksneubauten wegen Problemen bei der Finanzierung oder politischer Instabilität nicht realisiert. So erwarten die Prognos-Forscher laut "SZ", dass nur rund 35 Prozent der Projekte, die vom Weltatomkraft-Verband WNA genannt werden, überhaupt jemals realisiert werden.