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"Wo der Mensch ist, dort wird es immer Fehler geben. Das hat der Atomunfall in Japan, einem hochtechnisierten Land, erneut gezeigt," sagt Veit Bürger, Energieexperte von Greenpeace. "Bei keiner anderen Technologie jedoch können die Folgen menschlichen Versagens so vernichtend sein wie bei der Atomtechnik. Ein kleiner Fehler kann ganze Städte auslöschen und Länder für Jahrhunderte unbewohnbar machen." Was war geschehen? Am 30. September 1999 mischten zwei Arbeiter der japanischen Firma JCO in der Brennelementfabrik Tokaimura 16 Kilogramm angereicherte Uranlösung in einem Behälter zusammen. Sie verstießen damit gegen die Sicherheitsvorschriften. Nur ein Siebtel dieser Menge wäre erlaubt gewesen. Es kam zu einer nuklearen Kettenreaktion, die hohe Gamma- und Neutronenstrahlung freisetzte, aber auch radioaktive Spaltprodukte wie z.B. Jod 131. Die beiden Arbeiter sind inzwischen gestorben. Mehrere hundert Arbeiter, Sanitäter und Anwohner der näheren Umgebung wurden verstrahlt. Mit welchen Langzeitfolgen diese Menschen zu rechnen haben, ist unklar.
Von einem Umdenken in der Energiepolitik sei Japan auch nach dem Atomunglück noch weit entfernt, so Greenpeace. Anfang diesen Monats kündigte die japanische Regierung an, eine Wiederaufarbeitungsanlage in Tokaimura wieder in Betrieb zu nehmen, in der sich 1997 ebenfalls ein schwerer Unfall ereignet hatte. Zugleich sinke das Sicherheitsniveau der japanischen Atomanlagen. Allein 1999 mussten auffallend viele der 53 Atomkraftwerke in Japan nach zum Teil schweren Störfällen abgeschaltet werden. In Deutschland hätte sich die Bundesregierung dafür entschieden, die Atomenergie noch mindestens 25 Jahre weiter zu nutzen. "Nicht nur Japan, sondern auch Deutschland nimmt weiter das Risiko schwerer Atomunfälle in Kauf. Die Erinnerung an die Atomkatastrophe vor einem Jahr sollte auch die Erinnerung daran sein, dass es überall in der nächsten Sekunde wieder zu einer Atomkatastrophe kommen kann", heißt es vom Seiten der Umweltschutzorganisation.
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