Zustände

Atomgegner: Morsleben nicht besser als Asse

Kernkraftgegner kritisieren die Zustände im Atommüllendlager Morsleben in Sachsen-Anhalt. "Dort sieht es nicht besser aus als im Bergwerk Asse", sagte der Sprecher von Bürgerinitiativen der Endlager-Standorte, Peter Dickel. Für diesen Freitag rufen die Umweltschützer zu einer Demonstration an dem Endlager auf.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Morsleben/Salzgitter (ddp-nrd/sm) - Bei dem Endlager Morsleben handele es sich um eine große und verzweigte "Doppel-Schachtanlage", erläuterte Dickel. In den beiden Schächten Marie und Bartensleben lagere Atommüll "in entlegenen Winkeln". In einen Teil der Anlage laufe Wasser. Zudem sei die Grube so brüchig, dass sie seit 2003 notverfüllt werde.

Morsleben liegt nahe zur niedersächsischen Landesgrenze und war das Atommüllendlager der DDR. Mit der Wiedervereinigung ging es 1990 in den Besitz des Bundes über. In dem Salzstock lagern rund 400.000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktiver Atommüll. 1998 verhängte das Oberverwaltungsgericht Magdeburg einen Einlagerungsstopp. Das Bundesamt für Strahlenschutz als Betreiber bereitet derzeit die atomrechtliche Schließung des Endlagers vor.