Atommüllverschiebung

Atomgegner halten Mahnwache an Reaktor-Transportstrecke

Greifswalder Atomgegner bereiten sich auf das Eintreffen des Reaktortransports aus dem stillgelegten Kraftwerk Rheinsberg im Zwischenlager Nord in Vorpommern vor. Mit einer Mahnwache an den Gleisen wollen sie die Sinnlosigkeit der Atommüllverschiebung aufzeigen.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Anklam (ddp-nrd/sm) - Seit Montagabend halten die Mitglieder der Greifswalder Antiatominitiative Mahnwache direkt an der eingleisigen Strecke Greifswald-Lubmin, die zum Gelände der Energiewerke Nord gehört. Damit wolle man auf die Sinnlosigkeit der Atommüllverschiebung quer durch Deutschland aufmerksam machen, sagte der Sprecher der Initiative, Heinz Wittmer. Die Ankunft des Reaktors ist für Dienstag um 22.00 Uhr avisiert.

Die Gefahr sei groß, dass die Zwischenlagerung in Lubmin eine "ewige Lagerung" werde, sagte Wittmer. Es gebe noch keine Lösung für die Endlagerung von Atommüll. Schon im kommenden Jahr sei ein Transport von hochradioaktiven Abfällen von Karlsruhe nach Lubmin geplant.

Erst 2001 waren abgebrannte Brennelemente von Rheinsberg nach Lubmin verfrachtet worden. Damals waren rund 8000 Beamte von Bundes- und Landespolizei im Einsatz, um den Transport abzusichern. In diesem Jahr erwartet die Polizei weniger Proteste.

Der ehemalige Versuchsreaktor, der 24 Jahre lang in Betrieb war, soll unter einer 15 Zentimeter dicken Stahlabschirmung befördert werden. Nach seiner Ankunft in Vorpommern wird die radioaktive Altlast im Sicherheitstrakt des neuen Lagergebäudes am Greifswalder Bodden deponiert.