Atomenergie

Atomgegener protestieren mit Luftballons

Mit Luftballons protestierten Atomkraftgegner am Wochenende vor dem Kraftwerk Krümmel bei Hamburg. Die Ballons, die man während der Aktion steigen ließ, sollten dabei als Demonstration dienen, wie weit sich eine Atomwolke im Falle eines Reaktorunfalls ausbreiten würden.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Hamburg (red/ddp) - Unter derm Motto "Atomlügen auffliegen lassen" demonstrierten am Samstag mehr als 300 Atomkraft Gegner vor dem stillgelegten Kraftwerk Krümel in Hamburg. Mit 13.000 Luftballons bildete man zunächst ein 25 Meter breites Radioaktivitätszeichen. Im Laufe der Veranstaltung ließen die Demonstranten die schwarz-gelben Luftballons dann steigen.

Luftballons sollen Ausbreitung einer Atomwolke vor Augen führen

Mit den Luftballons will das Protestbündnis Campact, die mögliche Ausbreitung einer echten Atomwolke, wie sie im Fall eines Reaktorunfalls oder Terroranschlags entstehen würde, zeigen. Ziel und Zweck der Aktion ist es, gegen die von der Bundesregierung geplante Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken zu demonstrieren und sich stärker für alternative Energien einzusetzen. Die Protest-Ballons sind allesamt mit einer Karte versehen, die die Finder auffordert, Campact über den Fundort der Luftballons zu unterrichten. Bei einer ähnlichen Aktion in Hessen, die am 12. Juni vor den beiden Atomreaktoren in Biblis gestratet wurde, fand man so heraus, dass die Ballons teilweise bis Brandenburg flogen.

Immer wieder Unfälle und Pannen in Atomkraftwerken

Unfälle in Atomkraftwerken passieren immer wieder. Gerade das Kraftwerk Krümel, wo am Samstag die Protestaktion stattfand, wurde bereits 2007, nachdem ein Transformator in Brand geraten war, vom Netz genommen. Im vergangenen Jahr wurde das Atomkraftwerk dann kurzfristig wieder in Betrieb gesetzt, ein Kurzschluss in einem Maschinentransformator sorgte allerdings nur einen Monate später für eine erneute Stillegung.