Widerspruch

Atomforum lehnt Claassens Kompromissvorschlag ab

Es handele sich bei Claassens Vorschlag um eine "Einzelmeinung", so Verbandspräsident Walter Hohlefelder. Claassen bevormunde künftige Generationen mit seiner Idee, im Gegenzug für längere Laufzeiten den Ausstieg aus der Kernenergie gesetztlich zu verankern.

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Berlin (ddp/sm) - Das Deutsche Atomforum lehnt den Kompromissvorschlag des Energie-Managers Utz Claassen im Streit um die Laufzeiten für Atomkraftwerke ab. Verbandspräsident Walter Hohlefelder sagte am Donnerstag in Berlin, Claassens Vorschlag, im Gegenzug für längere Laufzeiten der Meiler den Ausstieg aus der Kernenergie im Grundgesetz zu verankern, sei dessen "Einzelmeinung". Das Atomforum teile diese Ansicht "in keiner Weise".

Hohlefelder kritisierte, es handele sich um den "untauglichen Versuch, künftige Generationen bevormunden zu wollen". Für die Klimavorsorge würden andere Antworten benötigt. Daher müsse die Kernenergie weiter Bestandteil eines tragfähigen Energiekonzepts sein. An der Neubewertung der Kernenergie in Deutschland führe kein Weg vorbei.

Der Vorstandschef des Energiekonzerns EnBW, Claassen, hatte angeregt, den Klimaschutz als Verfassungsziel ins Grundgesetz aufzunehmen. Zugleich sollte auch das Ende der Kernenergienutzung in der Verfassung festgeschrieben werden - bei Verlängerung der Laufzeiten für Kernkraftwerke um zehn Jahre über die Fristen des Ausstiegsgesetzes von 2002 hinaus. Für diesen Fall sagte Claassen zu, erhebliche Mittel in einen Forschungsfonds zur Weiterentwicklung regenerativer Technologien zu investieren. "Wir können so einen Pakt für das Klima schließen", sage Claassen.

Bayern und Baden-Württemberg hatten am Mittwoch den Vorstoß begrüßt und von einem nachhaltigen und wirkungsvollen Beitrag zum Klimaschutz gesprochen.