Überprüfung

Atomenergiebehörde gibt AKW Neckarwestheim gute Noten

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat dem AKW Neckarwestheim ein gutes Zeugnis ausgestellt. Das Kernkraftwerk sei nach internationalen Maßstäben "eine sehr gute Anlage", die viele Merkmale einer starken Sicherheitskultur aufweise, sagte der IAEA-Verantwortliche Miroslav Lipar.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Neckarwestheim (ddp/sm) - Die unabhängigen Experten kamen damit bei der Bewertung des AKW zu demselben Schluss wie im Kernkraftwerk Philippsburg, das ebenfalls vom Energiekonzern EnBW betrieben wird. Die Betriebsführung in Philippsburg war bereits im Herbst 2004 und bei einem Nachfolgebesuch 2006 im Rahmen einer sogenannten OSART-Mission überprüft worden. Nun gab es auch in Neckarwestheim keine Beanstandungen. Der materielle Zustand der Anlage sei gut, alle sicherheitsrelevanten Einrichtungen seien gut gewartet und die Mitarbeiter hätten einen kompetenten und qualifizierten Eindruck hinterlassen, lautete die Bilanz der IAEA.

Lipar und sein Team empfahlen dem Betreiber jedoch, die Vorsorgemaßnahmen in Neckarwestheim noch "über die von den deutschen Behörden geforderten Standards hinaus" weiter zu verbessern. Unter anderem regten sie die Einführung eines Systems zur Dokumentation und Verfolgung geringfügiger Pannen unterhalb der Meldeschwelle an.

Das Unternehmen EnBW gehört nach eigenen Angaben zum einzigen AKW-Betreiber in Deutschland, dessen Anlagen innerhalb weniger Jahre komplett von der IAEA bewertet wurden. Das Kernkraftwerk Neckarwestheim umfasst zwei Druckwasserreaktoren. Der 1976 in Betrieb genommene Block I soll eigentlich im Zuge des Atomausstiegs noch in diesem Jahrzehnt vom Netz gehen. Die Betreiber haben aber beantragt, Reststrommengen vom jüngeren Reaktor auf Block I zu übertragen und damit die Laufzeit bis 2017 verlängern. Eine Entscheidung darüber ist noch nicht gefallen.