Atomstreit

Atomenergie als Wahlkampfthema: Gabriel kritisiert Glos

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat die Ankündigung von Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) kritisiert, die Atomenergie zum Thema des nächsten Bundestagswahlkampfes machen zu wollen. Statt über Wahlkampfthemen nachzudenken, sollte man erst einmal umsetzen, was bereits beschlossen ist.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Gabriel sagte dem "Tagesspiegel am Sonntag": "Statt jetzt Vorschläge für den Wahlkampf zu machen, sollten wir erstmal das auf den Weg bringen, was wir miteinander vereinbart haben". Dazu zählten der Ausbau der Kraft-Wärme-Koppelung, die Steigerung der Energieeffizienz und vieles andere mehr. Zur Umsetzung wäre "der Schweiß der Edlen angebrachter als bei Wahlkampfträumen", betonte der Umweltminister.

Glos hatte in der "Bild am Sonntag" für die weitere Nutzung der Atomenergie geworben. "Die Kernkraft ist gegenwärtig die einzige Energie, die Strom in großen Mengen ohne Schadstoffausstoß produziert. Das erkennen auch immer mehr Deutsche", hatte Glos betont und hinzugefügt: "Die Kernenergie kann durchaus ein Thema des nächsten Bundestagswahlkampfes werden."