Folgen

Atomausstieg wirkt sich auf deutsche Hauspreise aus

Der verheerende Reaktorunfall im japanischen Atomkraftwerk Fukushima hat nach einer Studie von Wirtschaftsforschern auch Auswirkungen auf Immobilienpreise in Deutschland - nicht nur in Japan. Wegen des nach Fukushima beschlossenen Atomausstiegs haben auch hierzulande viele Häuser in AKW-Nähe an Wert verloren.

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Essen/Kiel (dpa-AFX/red) - Das Abschalten deutscher Atomkraftwerke nach der Katastrophe in Japan habe zu einem Einbruch der Hauspreise im näheren Umkreis der stillgelegten Meiler geführt. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) und des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), die am Dienstag veröffentlicht wurde. Für die Untersuchung wurden Daten eines großen Internet-Immobilienportals zu knapp 900.000 Häusern ausgewertet.

Hauspreise verlieren nach Atomausstieg elf Prozent

In einem Umkreis von fünf Kilometern um ein stillgelegtes deutsches Kernkraftwerk ermittelten die Forscher einen Rückgang der Immobilienpreise um knapp elf Prozent. Die Forscher sehen vor allem wirtschaftliche Gründe als Ursache für den Preisrückgang: "Arbeitsplätze gehen verloren, die Umsätze von Hotels und Restaurants sinken, die Kommunen haben niedrigere Gewerbesteuereinnahmen". Dagegen seien die Preise von Immobilien im Umfeld von Reaktoren, die weiter am Netz blieben, deutlich geringer gefallen. Den Rückgang um immerhin noch knapp fünf Prozent erklärten die Wissenschaftler mit der Sorge der Menschen vor den Gefahren der Atomkraft.