Ifo-Zahlen

Atomausstieg soll Wachstum ausgebremst haben

Das Abschalten von sieben Kernkraftwerken hat das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal nach Schätzung des Münchner Ifo-Instituts ausgebremst. Ohne das Atom-Moratorium wäre das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen April und Ende Juni um 0,2 Prozentpunkte höher ausgefallen.

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Berlin (dapd/red) - Das sagte Ifo-Konjunkturchef Kai Carstensen der "Bild"-Zeitung (Samstagausgabe). Das aktuelle BIP von 0,1 Prozent sei also keine Stagnation, sondern hervorgerufen durch das Herunterfahren der Kernkraftwerke. Nach Ifo-Angaben ist die Energieerzeugung mit der Stilllegung von sieben Meilern im Frühjahr um 50 Prozent zurückgegangen und auf den tiefsten Wert seit 1991 gefallen.

Atomausstieg soll weiteres Wachstum aber nicht aufhalten

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt rechnet jedoch trotz der Konjunkturflaute und dem Atomausstieg damit, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr ähnlich stark wächst wie im vergangenen. "Ich gehe davon aus, dass wir für das Gesamtjahr ein Wachstum von mehr als drei Prozent verzeichnen werden", sagte Hundt dem "Hamburger Abendblatt" (Samstagausgabe). Das schwache zweite Quartal mit 0,1 Prozent sei auch im Lichte des unerwartet guten ersten Quartals mit 1,3 Prozent Wachstum zu bewerten.

"Unsere Konjunkturdaten zeigen, dass wichtige Wirtschaftszweige - die Automobil- und Zulieferindustrie, der Maschinenbau und die chemische Industrie - stark bleiben", sagte der Präsident der Bundesvereinigung deutscher Arbeitgeberverbände.