BfS-Strommengenerfassung

Atomausstieg: Obrigheim geht demnächst vom Netz

Im Mai 2005 wird das EnBW-Kernkraftwerk Obrigheim voraussichtlich vom Netz gehen. Dies geht aus einer Bekanntmachung hervor, die das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) im Bundesanzeiger veröffentlichte. Obrigheim ist das derzeit älteste von insgesamt noch 18 betriebenen Kernkraftwerken in Deutschland.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Salzgitter (red) - Das Kernkraftwerk Obrigheim geht demnächst vom Netz. Dies geht aus einer Bekanntmachung hervor, die das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in dieser Woche im Bundesanzeiger veröffentlichte.

"Nach den uns vorliegenden Daten könnte Obrigheim im Mai 2005 abgeschaltet werden", erläuterte Florian Emrich, Sprecher des BfS. Obrigheim sei damit das zweite Kernkraftwerk nach Stade, das im Rahmen des zwischen Bundesregierung und Energieversorgungsunternehmen vereinbarten Atomausstiegs (Atomkonsens) endgültig seinen Betrieb einstellt.

Das BfS erfasst und dokumentiert die in den deutschen Kernkraftwerken erzeugten Netto-Strommengen und die daraus nach Atomgesetz resultierenden Reststrommengen. Diese werden in der Regel einmal pro Jahr als Gesamtbilanz veröffentlicht. Beträgt die voraussichtliche Restlaufzeit eines Kernkraftwerkes jedoch weniger als sechs Monate, so muss dies nach § 7 Abs. 1c des Atomgesetzes monatlich bekannt gegeben werden. Emrich: "Die monatliche Bilanz vom November 2004 ergab, dass die Reststrommenge von Obrigheim vermutlich noch bis Mai 2005 reicht. Das tatsächliche Abschaltdatum hängt aber davon ab, wie der Betrieb in Obrigheim in den nächsten Wochen weiterläuft." In der Praxis können sich z. B. durch ungeplante Stillstände oder auch aus Verfügbarkeitseinschränkungen Restlaufzeiten ändern. Exakte Prognosen, wann ein Kernkraftwerk tatsächlich außer Betrieb genommen wird, sind daher nicht möglich.

Das BfS wird die verbleibende Reststrommenge von Obrigheim ab jetzt jeden Monat bis zur Abschaltung im Bundesanzeiger veröffentlichen.

Obrigheim ist das derzeit älteste von insgesamt noch 18 betriebenen Kernkraftwerken in Deutschland. Es ging erstmals 1968 in Betrieb. Am 26. September 2002 wurde vom Betreiber EnBW AG eine Reststrommengenübertragung beantragt, 15 000 Gigawattstunden sollten vom Kernkraftwerk Neckarwestheim 2 (GKN 2) auf das Kernkraftwerk Obrigheim (KWO) übertragen werden. Das Bundesumweltministerium stimmte der Übertragung von 5500 Gigawattstunden zu.