Abbau

Atomausstieg kostet Arbeitsplätze in Deutschland

Der französische Atomkonzern Areva plant einen drastischen Sparkurs. Dieser sei unter anderem wegen des geplanten Atomausstiegs in Deutschland notwendig geworden. Betroffen von den Sparmaßnamen sind möglicherweise auch weit über tausend Arbeitsplätze in Deutschland. Zudem sollen Beteiligungen an Firmen verkauft werden.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Paris (AFP/red) - Angesichts des deutschen Atomausstiegs und einer insgesamt schwierigen Lage will der französische Atomkonzern Areva weltweit tausende Stellen abbauen. In Deutschland soll im Zuge eines drastischen Sparplans mehr als jede fünfte Stelle wegfallen, wie AFP am Montag aus informierten Kreisen erfuhr. Weltweit fallen den Angaben aus Kreisen zufolge 2700 Stellen weg. Neben 1300 von 5700 Jobs in Deutschland will Areva demnach 1000 bis 1200 Arbeitsplätze in Frankreich streichen.

Atomausstieg ziehe große Verluste nach sich

Seine Investitionen will der Atomkonzern um 40 Prozent auf sieben Milliarden Euro zurückfahren. Beteiligungen an mehreren Firmen sollen demnach verkauft werden. Langfristig will der Weltmarktführer für Nukleartechnik mit der Streichung der Stellen 750 Millionen Euro pro Jahr sparen. Areva und die französische Regierung dementierten aber, dass in Frankreich ebenfalls ein umfassender Stellenabbau geplant ist. Auch der französische Energieminister Eric Besson betonte, es sei keine Reduzierung des Personals in Frankreich geplant. Der Staat hält 87 Prozent der Anteile an dem Unternehmen. Wie es aus Unternehmenskreisen weiter hieß, macht Areva im laufenden Jahr voraussichtlich "einen schweren Verlust". Die Finanzlage sei "sehr schwierig", hieß es.

Sparplan soll Mitte Dezember beschlossen werden

Den Sparplan will Areva den Angaben zufolge offiziell am 12. Dezember beschließen. Am Sonntag hatte ein Areva-Sprecher in Paris einen Bericht des "Spiegel" über Stellenstreichungen noch zurückgewiesen und gesagt, dieser sei "ohne Grundlage". In Deutschland hatte Areva erst kürzlich seine Führung ausgewechselt. Der bisherige Chef Ulrich Gräber begründete seinen Rücktritt unter anderem mit seinem Alter: Areva sei wegen der Energiewende und dem damit einher gehenden Atomausstieg in Deutschland im Umbau und brauche daher in den kommenden Jahren Kontinuität und Stabilität. Sein Nachfolger ist Stefan vom Scheidt, bislang Geschäftsführer des Druckwasserreaktor-Bauers Atmea, eines gemeinsamen Unternehmens von Areva und Mitsubishi Heavy Industries.

Quelle: AFP