Keine Vorab-Festlegung

Atomausstieg: Entscheidung soll im Herbst fallen

Die Bundesregierung will im Herbst über die Zukunft der Atomkraft entscheiden. Die Koalition halte sich damit "an das vereinbarte Vorgehen", wie Regierungssprecher Ulrich Wilhelm am Montag in Berlin bekräftigte. Damit geht die Kanzlerin auf Distanz zu ihrem Umweltminister.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/red) - Auf der Grundlage von Studien mit Szenarioberechnungen, die bis zum Sommer vorliegen sollen, werde sich das Kabinett noch vor der Sommerpause mit der Energiepolitik befassen. Nach einer Anhörung der Verbände könne dann "im Oktober" eine Entscheidung fallen. Alle Vorfestlegungen, bevor diese Szenarien vorlägen, seien "verfrüht", so Merkels Sprecher.

Die Diskussion über die Zukunft der Atomkraft und den künftigen Energiemix könne "nicht isoliert geführt werden", sagte der Regierungssprecher. Die Frage der Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken müsse im Zusammenhang mit einem "Gesamtkonzept zur Energieversorgung Deutschlands" entschieden werden.

"Es gibt volle Übereinstimmung in der Einhaltung des vereinbarten Vorgehens", betonte Wilhelm. Die Bundesregierung wolle mit der Nutzung erneuerbarer Energien in ein "neues Zeitalter" gehen. Vorübergehend sei aber die weitere Nutzung der Atomkraft als Brückentechnologie erforderlich. Wie lange die Übergangsphase dauern müsse, "wird im Herbst zu entscheiden sein", sagte Wilhelm.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hatte in einem Interview mit der "Frankfurter Rundschau" gesagt, dass er mit einem Atomausstieg bis spätestens 2030 rechne.