Umfrage

Atomausstieg: Deutsche würden 15 Euro zusätzlich zahlen

Einer repräsentativen Umfrage zufolge wäre eine Mehrheit von 58 Prozent der Deutschen bereit, monatlich 15 Euro zusätzlich für atomfreien Strom hinzunehmen. Gleichwohl fürchten noch mehr Menschen bedeutsame wirtschaftliche Schäden durch einen möglichen schnellen Atomausstieg.

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Berlin (dapd/red) - Im Schnitt würden die Befragten 15 Euro mehr zahlen, wenn sie so vom Atomstrom wegkämen, ergab eine Erhebung von Emnid für die Zeitung "Bild am Sonntag". 31 Prozent der Befragten wären bereit, 1 bis 10 Euro pro Monat mehr auszugeben, 10 Prozent würden 11 bis 20 Euro akzeptieren. Sieben Prozent wären sogar bereit, bis zu 30 Euro pro Monat mehr zu bezahlen. Die Mehrheit der Deutschen (72 Prozent) fürchtet jedoch, dass ein schneller Atomausstieg einen großen wirtschaftlichen Schaden mit sich zieht.

An Merkels Krisenmanagement scheiden sich die Geister

In einer weiteren Umfrage kam das Atom-Krisenmanagement von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei vielen Bundesbürgern nicht gut an. In einer am Samstag veröffentlichten Emnid-Umfrage für das Nachrichtenmagazin "Focus" bewerteten 48 Prozent Merkels Vorgehen nach der Atomkatastrophe in Japan als schlecht. 40 Prozent fanden es gut. Zwölf Prozent machten keine Angaben.

Auch die Atomwende der Bundesregierung führte der Umfrage zufolge nicht zu einem messbaren Image-Schub für Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU). 47 Prozent äußerten sich unzufrieden mit seiner Arbeit. 32 Prozent zeigten sich zufrieden - ob diese Werte mit seiner unionsintern eher progressiven Haltung zum Atomausstieg zu tun hat, wurde nicht gefragt.

Unter den Unions-Anhängern sind 58 Prozent angetan von der Arbeit des Ministers. Bei den Anhängern der FDP sind es lediglich 24 Prozent. Bei Bürgern mit SPD-Präferenz sagte 29 Prozent, Röttgen mache eine guten Job. Bei den Grünen-Anhängern sind nur 19 Prozent der Meinung.