Quartalszahlen

Atomausstieg beschert E.on Milliarden-Einbußen

Die Abkehr von der Atomenergie in Deutschland hat dem Energiekonzern E.on in den ersten neun Monaten dieses Jahres Gewinneinbußen in Milliardenhöhe beschert. Unterm Strich erwirtschaftete das Unternehmen von Januar bis September 864 Millionen Euro, das sind 75 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Düsseldorf (afp/red) - Das teilte der Konzern am Mittwoch in Düsseldorf mit. Im dritten Quartal allein konnte das Unternehmen seinen Gewinn allerdings steigern, von einem Verlust von 389 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf ein Plus von 196 Millionen Euro. Der Umsatz legte von 19,6 Milliarden Euro im dritten Quartal 2010 auf nun 24,5 Milliarden Euro zu.

Der vorzeitige Atomausstieg war nicht alles

Dass das Gesamtjahr bisher unterm Strich dennoch mager verlief, liege vor allem an der vorzeitigen Abschaltung deutscher Atomkraftwerke und der seit diesem Jahr erhobenen Brennelementesteuer, teilte E.on mit. Während außerdem niedrige Margen im Gashandel und gestiegene Preise in Großbritannien den Gewinn gedrückt hätten, seien die Einnahmen im Bereich der erneuerbare Energien, bei der Gasförderung und im russischen Stromgeschäft gestiegen.

Dividende soll trotzdem gezahlt werden

Seine Erwartungen für das laufende Jahr hält der Konzern eigenen Angaben zufolge aufrecht. Demnach erwarte er für 2011 vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen einen bereinigten Gewinn zwischen 9,1 und 9,8 Milliarden Euro. Unterm Strich sollen bereinigt 2,1 bis 2,6 Milliarden Euro übrig bleiben. Das Unternehmen habe außerdem fest vor, seinen Aktionären für 2011 trotz der Einbußen durch den Atomausstieg eine Dividende von einem Euro pro Aktie zu zahlen.