Unzureichend

Atomaufsicht bemängelt Bericht von Vattenfall-Expertenkommission

Die Kieler Atomaufsicht hat den Abschlussbericht der von Vattenfall eingesetzten Expertenkommission zu den abgeschalteten Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel als unzureichend kritisiert. Falsche Dübel oder ähnliche Probleme würden in dem Bericht völlig ausgelassen.

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Hamburg (ddp/sm) - Viele Vorschläge gingen zwar grundsätzlich in die richtige Richtung, sagte die schleswig-holsteinische Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) am Dienstag in Kiel. Zu einer ganzen Reihe Empfehlungen bestehe jedoch "Konkretisierungs- und Ergänzungsbedarf".

"Überhaupt nicht nachvollziehen" lasse sich die Ansicht der Expertenkommission, dass "nach Umsetzung der Kurzfristmaßnahmen" beide Kernkraftwerke wieder in Betrieb genommen werden könnten. Dabei würden Probleme mit Dübeln oder Risse in Armaturen außer Acht gelassen. Beide Meiler entsprächen auch nicht dem "Sicherheitsniveau jüngerer Anlagen". Im Gegensatz zur Kommission stuft die Atomaufsicht die Störfälle vom 28. Juni außerdem als außergewöhnliches Ereignis und damit höher ein.

Trauernicht kritisierte außerdem die Weigerung, eine Blackbox einzuführen: "Die kategorische Ablehnung dieser Aufzeichnungsmöglichkeiten im Regelbetrieb halte ich für falsch." Dies wäre ein gutes Instrument, um bei Störfällen rasch und nachvollziehbar wichtige Erkenntnisse zu gewinnen. Es sei unverständlich, warum Bankfilialen per Video überwacht würden oder es Voicerecorder in der Luftfahrt gebe, "ein so sensibler Bereich wie eine Reaktorwarte aber nicht derart überwacht werden kann". Das Ministerium prüfe, ob dies im Zuge einer aufsichtlichen Anordnung durchsetzbar sei.