Gespräch geplant

Atomaufsicht befragt Mitarbeiter des AKW Krümmel

Im Zuge der Aufklärung der Krümmel-Zwischenfälle will die Atomaufsicht noch heute verantwortliche Mitarbeiter des Kraftwerkes befragen. Die Bundesregierung plant derweil, die Atomaufsicht von Bund und Ländern von der internationalen Atomenergieorganisation überprüfen zu lassen.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Kiel/Berlin (ddp/sm) - In dem für 13.00 Uhr angesetzten Gespräch sollen neben dem so genannten Reaktorfahrer auch der Schichtleiter und zwei weitere Mitarbeiter gehört werden, wie der Sprecher des Kieler Sozialministeriums, Oliver Breuer, in Kiel sagte. Im Mittelpunkt stehen insbesondere die Kommunikationsprobleme zwischen Reaktorfahrer und Schichtleiter.

Parallel werten die Experten der Atomaufsicht weiter den 250 Seiten umfassenden Zwischenbericht des Betreibers Vattenfall Europe zu den Vorfällen aus. Am Donnerstag will Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) den Sozialausschuss des schleswig-holsteinischen Landtags über den Stand der Untersuchungen informieren.

Unterdessen hat die Bundesregierung die internationale Atomenergieorganisation (IAEO) eingeladen, Mitte 2008 die Atomaufsicht von Bund und Ländern zu überprüfen. Dazu soll ein zwölfköpfiges Expertenteam aus dem Ausland etwa zwei Wochen lang im Bundesumweltministerium und im Umweltministerium Baden-Württemberg prüfen, wie die Behörden ihre Aufgaben zur Aufsicht über die Sicherheit der Atomkraftwerke wahrnehmen.

In einem gemeinsamen Schreiben an die Mitarbeiter der beiden Ministerien haben Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) und Baden-Württembergs Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) ihre volle Unterstützung zugesagt: "Unser gemeinsamer Anspruch ist - unbeschadet unterschiedlicher Positionen zur Kernenergie -, dass der Schutz von Mensch und Umwelt vor nuklearen Gefahren und Risiken jederzeit - auch im internationalen Vergleich - auf möglichst hohem Niveau gewährleistet wird."