Gutachten

Atom-Moratorium offenbar kein Grund für höhere Strompreise

Das von der Bundesregierung verhängte Atom-Moratorium und die beschlossene Stilllegung von Kernkraftwerken sind einem Gutachten zufolge offenbar kein Grund für Strompreiserhöhungen. Denn der Stromeinkauf für das laufende Jahr sei bereits vorher abgewickelt worden.

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Saarbrücken (afp/red) - Wie die "Saarbrücker Zeitung" vom Dienstag unter Berufung auf eine Studie der grünen Bundestagsfraktion berichtete, sind gestiegene Beschaffungskosten durch die Abschaltung von Atommeilern kein Argument für einen Preisanstieg. Die Konzerne hätten den Stromeinkauf im Großhandel für das laufende Jahr bereits vor dem Atom-Moratorium abgewickelt, hieß es zur Begründung.

Die Strompreise gingen nicht unter die Decke

Außerdem würden für 2011 und 2012 "preiserhöhende Faktoren durch preissenkende Einflüsse nahezu exakt kompensiert". Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Bärbel Höhn, sagte der Zeitung, die Studie schlage den Konzernen "eines ihrer letzten Argumente aus der Hand - nämlich dass die Preise bei einer Abschaltung der Reaktoren unter die Decke gehen".

Preisfrage bleibt indes weiter umstritten

Die Frage, ob die Strompreise durch den Ausstieg aus der Atomkraft steigen, ist umstritten. Das Bundeskartellamt rechnet mit steigenden Strompreisen, auch FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle warnte kürzlich angesichts des noch teuren Stroms aus erneuerbaren Energien vor höheren Kosten. In einer Untersuchung der Universität Leipzig und des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung heißt es wiederum, Mehrbelastungen beim Strompreis seien durch einen Atomausstieg im Zeitraum 2020 bis 2022 kaum zu erwarten.