Greenpeace

Atom-Fond ist eine Mogelpackung

Einen Fond, in dem die zusätzlichen Gewinne aus längeren Atomkraftwerkslaufzeiten fließen, hält die Umweltschutzorganisation Greenpeace für eine Mogelpackung. Denn darüber können sich die AKW-Betreiber ihre Gewinne wieder zurückholen. Sinnvoller wäre laut Greenpeace eine Atomsteuer.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Greenpeace kritisiert den geplanten Ausstieg aus dem Atomausstieg scharf und wendet sich gegen den Versuch der CDU, eine Verlängerung der AKW-Laufzeiten als Förder-Programm für erneuerbare Energien darzustellen. "Längere Laufzeiten mit Atomfonds" sind "eine Mogelpackung", sagt Tobias Münchmeyer, Energie-Experte von Greenpeace.

Greenpeace warnt vor Missbrauch bei Atomfond

Die CDU beabsichtige, die Hälfte der zusätzlichen Gewinne aus verlängerten Laufzeiten von AKW in einen Fonds für Energie-Forschung abzuführen. Dieser birgt jedoch die Gefahr des Missbrauchs. So könnten sich die AKW-Betreiber Investitionen in erneuerbare Energien, die ohnehin getätigt würden, aus dem Fonds finanzieren lassen und ihr Geld auf diesem Weg wieder erhalten. "RWE und Co. sollen auf der einen Seite Geld zahlen, das sie auf der anderen wieder erhalten. Dieser Kuhhandel darf nicht im Koalitionsvertrag stehen", so Greenpeace.

Atomsteuer brächte dem Staat mehr Geld ein

Greenpeace schlägt hingegen eine Atomsteuer vor, die ohne Vereinbarung mit der Energiebranche eingeführt werden könnte. Laut Greenpeace würde in den Atomfonds in der nächsten Legislaturperiode nur 1,7 bis 2,7 Milliarden Euro fließen, während eine Atomsteuer dem Bundeshaushalt in dieser Zeit zusätzliche Einnahmen von 13,9 Milliarden Euro bringen würde. Dieses Geld wird in den nächsten Jahren dringend für die Modernisierung der Energiewirtschaft benötigt. Mit Atomausstieg und Atomsteuer würden die erneuerbaren Energien am besten gefördert.