Strom-News
GreenpeaceEinen Fond, in dem die zusätzlichen Gewinne aus längeren Atomkraftwerkslaufzeiten fließen, hält die Umweltschutzorganisation Greenpeace für eine Mogelpackung. Denn darüber können sich die AKW-Betreiber ihre Gewinne wieder zurückholen. Sinnvoller wäre laut Greenpeace eine Atomsteuer.
Berlin (red) - Greenpeace kritisiert den geplanten Ausstieg aus dem Atomausstieg scharf und wendet sich gegen den Versuch der CDU, eine Verlängerung der AKW-Laufzeiten als Förder-Programm für erneuerbare Energien darzustellen. "Längere Laufzeiten mit Atomfonds" sind "eine Mogelpackung", sagt Tobias Münchmeyer, Energie-Experte von Greenpeace.
Die CDU beabsichtige, die Hälfte der zusätzlichen Gewinne aus verlängerten Laufzeiten von AKW in einen Fonds für Energie-Forschung abzuführen. Dieser birgt jedoch die Gefahr des Missbrauchs. So könnten sich die AKW-Betreiber Investitionen in erneuerbare Energien, die ohnehin getätigt würden, aus dem Fonds finanzieren lassen und ihr Geld auf diesem Weg wieder erhalten. "RWE und Co. sollen auf der einen Seite Geld zahlen, das sie auf der anderen wieder erhalten. Dieser Kuhhandel darf nicht im Koalitionsvertrag stehen", so Greenpeace.
Greenpeace schlägt hingegen eine Atomsteuer vor, die ohne Vereinbarung mit der Energiebranche eingeführt werden könnte. Laut Greenpeace würde in den Atomfonds in der nächsten Legislaturperiode nur 1,7 bis 2,7 Milliarden Euro fließen, während eine Atomsteuer dem Bundeshaushalt in dieser Zeit zusätzliche Einnahmen von 13,9 Milliarden Euro bringen würde. Dieses Geld wird in den nächsten Jahren dringend für die Modernisierung der Energiewirtschaft benötigt. Mit Atomausstieg und Atomsteuer würden die erneuerbaren Energien am besten gefördert.
Der Newsletter von Strom-Magazin.de
Bekommen Sie kostenlos jeden Mittwoch aktuelle News vom Strom- und Gasmarkt direkt in Ihr Postfach! Jetzt anmelden:
RWE fürchtet in den kommenden Jahren massive Auseinandersetzungen um die Atomkraft in Deutschland. Im Wahlkampf der Grünen habe man die Drohung mit bürgerkriegsähnlichen Zuständen herausgehört, so RWE-Chef Jürgen Großmann. Nun suche er das Gespräch mit den Grünen.
Greenpeace wirft dem Energiekonzern EnBW Tricks zur Verlängerung der Laufzeit des Atomkraftwerks Neckarwestheim I vor. Der Konzern habe die Stromproduktion gedrosselt, da der Meiler sonst schon vor der Bundestagswahl hätte vom Netz gehen müssen. EnBW dementierte die Vorwürfe von Greenpeace.
Längere Laufzeiten für Atomkraftwerke könnten den Ausbau der Windenergie um Jahre verzögern, warnen Experten. Denn nur die großen Energiekonzerne können sich den Bau der teuren Offshore-Windparks leisten. Jedoch können sie mir ihren alten Atommeilern mehr Geld verdienen als mit dem Strom vom offenen Meer.
Belgien verlängert die Laufzeit seiner drei ältesten Atom-Reaktoren um zehn Jahre. Eine entsprechende Entscheidung habe die Regierung getroffen, erklärte am Montagabend in Brüssel Energieminister Paul Magnette. Die drei Meiler sollen nun bis 2025 am Netz bleiben dürfen. Ursprünglich hätten sie 2015 abgeschaltet und nicht ersetzt werden sollen.
Rund drei Dutzend Atomkraftgegner haben am Montag im schleswig-holsteinischen Geesthacht gegen die weitere Nutzung des Atomkraftwerkes Krümmel demonstriert. Sie versammelten sich zunächst vor dem Werkstor der Anlage. Auf Plakaten stand unter anderem zu lesen: "Krümmel ist überall" und "Aus bleibt Aus" zu lesen. Strompreise vergleichen
Einfach Postleitzahl und jährlichen Stromverbrauch in kWh eingeben und günstige Stromtarife finden!