EnBW

Atom-Befürworter Villis gibt endgültig sein Amt auf

EnBW-Chef Hans Peter Villis gab nun bekannt, dass er mit Ende seiner Vertragslaufzeit im September 2012 seinen Posten aufgebe und keine Verlängerung mehr eingehe. Nach zusehends mangelnder Unterstützung durch den Aufsichtsrat kam es nun endgültig zum Bruch. Villis' Festhalten an der Atomenergie wurde besonders im letzten Jahr heftig kritisiert.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Karsruhe (dapd/red) - Der EnBW-Vorstandsvorsitzende Hans-Peter Villis räumt seinen Posten. Er habe dem Aufsichtsratsratsvorsitzenden Claus Dieter Hoffmann mitgeteilt, dass er nach Auslaufen seines Vertrages im September 2012 nicht für eine Verlängerung zur Verfügung stehe, teilte das Unternehmen am Dienstag in Karlsruhe mit. "Aus seiner Sicht kann er nicht mehr vom ungeteilten Vertrauen des Aufsichtsrats ausgehen", erklärte die Firma weiter.

Nach langem Hadern nun das Aus

Nach SWR-Informationen haben die beiden Haupteigentümer der EnBW, das Land Baden-Württemberg und der Kommunalverband OEW Villis deutlich gemacht, dass sie nicht mehr mit ihm planen. In vertraulicher Runde hatte Villis schon im September Klarheit über eine Vertragsverlängerung bis zum Ende dieses Jahres gefordert. Bisher hatte sich der Aufsichtsrat aber nicht mit der Personalie befasst. Auch auf seiner letzten Sitzung vor Weihnachten am Donnerstag (8. Dezember) stand dies Thema nicht auf der Tagesordnung.

Reaktionen und die Frage nach einer Nachfolge

Hoffmann zeigte Verständnis für die Ankündigung von Villis und sagte, dass der Aufsichtsrat die Entscheidung respektiere. Er betonte, dass Villis wesentliche Projekte im Bereich thermische Erzeugung, erneuerbare Energien und internationale Beteiligungen initiiert und erfolgreich umgesetzt habe.

Der baden-württembergische Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD), der ebenfalls im Aufsichtsrat sitzt, betonte, der Rückzug gebe den Hauptanteilseignern die Chance, den drittgrößten deutschen Energieversorger personell und strategisch voranzubringen. Die mittelfristige Strategie für die kommenden zwei Jahre stehe. Deswegen solle die Suche nach einem Nachfolger "zügig, aber nicht überhastet" vollzogen werden. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) dankte Villis "für seine geleistete Arbeit in einer schwierigen Phase für das Unternehmen".

Zu lange an Atomkraft festgehalten

Der 1958 in Castrop-Rauxel geborene Villis hatte den drittgrößten deutschen Energieversorger vier Jahre lang geführt. Kritik gab es an seinem langen Festhalten an der Kernenergie. Die EnBW hatte mit einem Anteil von 51 Prozent am Energiemix von allen Stromversorgern am stärksten auf die Atomkraft gesetzt.