Schließung

Asse: Atommüll-Rückholung kostet über 1,5 Milliarden Euro

Die Schließung des Atommülllagers Asse und die Rückholung der dort gelagerten Fässer wird nach Einschätzung des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) mehr als 1,5 Milliarden Euro kosten. Die Kosten dafür müsste der Bund tragen, das BfS hofft jedoch auf eine Kostenbeteiligung der Energiekonzerne.

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Berlin (ddp/red) - BfS-Präsident Wolfram König sagte am Dienstag im Deutschlandradio Kultur, zwar gebe es derzeit keine "belastbaren Schätzungen" über die Kosten der Sanierung. Man könne jedoch einen Analogieschluss zur Schließung des DDR-Atommülllagers Morsleben vornehmen. "Dort rechnen wir mit rund 1,5 Milliarden Euro für das Schließungsprojekt", sagte König. In der Asse werde es "sicherlich beim Rückholen mehr sein".

Energiekonzerne an Kosten beteiligen

Der BfS-Präsident begrüßte die Absicht der Bundesregierung, mit den Energieversorgern über eine Beteiligung an den Kosten der Asse-Sanierung zu verhandeln. Zwar sei es rechtlich derzeit nicht möglich, diese zur Kostenerstattung zu verpflichten. "Aber ich glaube, dass es zumindest eine moralische Verpflichtung gibt."

Nicht sicher, was in der Asse lagert

König zufolge können noch viele Unwägbarkeiten das weitere Verfahren belasten. Wegen der unvollständigen Dokumentation herrschten große Unsicherheiten, was in den Fässern eingelagert sei und in welchem Zustand sich diese befänden. Außerdem gebe es in der Asse "Standsicherheitsprobleme". Derzeit gingen die Experten von einem Zeitraum von zehn Jahren für die Rückholung des Atommülls aus. Aber es sei "nicht ausgemacht, dass wir diese Zeit wirklich auch haben", sagte König.

Hinsichtlich des endgültigen Verbleibs der in der Asse gelagerten Atommüllfässer räumte er ein, dass "das einzige gerichtsfeste Endlager" Schacht Konrad bei Salzgitter ohne ein neues Genehmigungsverfahren nicht den gesamten Atommüll aus der Asse aufnehmen könne. Deshalb müsste dieser zunächst vor Ort zwischengelagert werden.