Stromnetzentgeltverordnung

ASEW: Kraft-Wärme-Kopplung sollte stärker gefördert werden

Die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) kritisiert die mangelnde KWK-Förderung in der neuen Stromnetzentgeltverordnung. Denn jetzt sollen nicht mehr die vermiedenen Netzerhaltungs- und -ausbaukosten zugrunde gelegt werden, sondern nur noch die anteiligen laufenden Kosten.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Köln (red) - Die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) hat sich dafür ausgesprochen, in der derzeitigen Diskussion um steigende Energiekosten, das Thema Energieeffizienz nicht aus den Augen zu verlieren. Denn gerade kleine und mittlere lokale Energieproduzenten würden auf innovative Lösungen zur Effizienzsteigerung setzen.

Dabei geht es dem Verband insbesondere um die weitere Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung, die durch Ausnutzung der bei der Stromerzeugung entstehenden Wärme den Wirkungsgrad der Energieerzeugung erhöht. Diesen Nutzen hätte der Gesetzgeber mit dem Förderinstrument VNNE (Vermiedene Netznutzungsentgelte) honoriert, teilte der ASEW mit. Auf Basis der vermiedenen Netznutzungsentgelte soll der Einspeiser mit KWK zusätzlich zum üblichen Strompreis einen Aufschlag erhalten.

Allerdings mache die nun geplante Stromnetzentgeltverordnung diesen weitsichtigen Ansatz zunichte. Denn jetzt sollen als Berechnungsgrundlage nicht mehr die vermiedenen Netzerhaltungs- und -ausbaukosten zugrunde gelegt werden, sondern nur noch die anteiligen laufenden Kosten für die Nutzung von Überlandnetzen und Umspannwerken. "Das geht zu Lasten der Umwelt und der kleinen Betreiber, denn zweifelsohne wird ein Ausbau der regionalen Stromversorgung die Notwendigkeit großer Investitionen reduzieren, zu einem geringeren Investitionsdruck der Großnetzbetreiber führen und dort erheblich Kosten senken helfen", ist sich der ASEW sicher. Daher wäre es nur konsequent, wenn diese Einsparung auch an die KWK-Betreiber weitergegeben werden würde.

Vollkommen unverständlich ist für den Verband die geplante Abschaffung der Zusatzvergütungen für Anlagen, die nach EEG und KWK-G gefördert werden. Während mit dem EEG bereits höhere Einspeisevergütungen zur Deckung der Erzeugungskosten gewährt würden, bekämen KWK-Anlagenbetreiber lediglich den "üblichen" Einspeisepreis pro Kilowattstunden vergütet. Ihnen trotz ihrer umweltschonenden Arbeitsweise die vermiedenen Netznutzungsentgelte zu verweigern, werde der tatsächlichen Netznutzungssituation nicht gerecht und führe zudem umweltpolitisch in die Irre.