Kostenfrage klären

ASEW: Energieeffizienz muss wettbewerbskonform sein

Vor mehr als 70 Stadtwerkegeschäftsführern sowie Vertretern aus Politik und Wirtschaft begrüßte ASEW-Chef Jänig zwar grundsätzlich die von der EU geplante Richtlinie zur Endenergieeffizienz und zu Energiedienstleistungen. Sie müsse jedoch um wichtige Details ergänzt werden.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Köln/Leipzig (red) - "Eine Steigerung der Energieeffizienz ist wichtig, die Förderung von Energiedienstleistungen sinnvoll. Der Weg dorthin muss aber unbürokratisch und wettbewerbskonform sein", forderte Prof. Dr. Christian Jänig, der Vorsitzende des ASEW-Leitausschusses in dieser Woche zum Auftakt des ASEW-Forums 2004 in Leipzig.

Vor mehr als 70 Stadtwerkegeschäftsführern sowie Vertretern aus Politik und Wirtschaft begrüßte Jänig grundsätzlich die von der EU geplante Richtlinie zur Endenergieeffizienz und zu Energiedienstleistungen. Ziel dieser Richtlinie, die zum 1. Juni 2006 Anwendung finden soll, sind die Förderung von Energieeffizienzmaßnahmen und die Stärkung eines Marktes für Energiedienstleistungen. Diese sollen den Endenergieverbrauch in Europa nachhaltig senken. Nach Ansicht der ASEW-Mitgliedsunternehmen ist der EU-Richtlinienvorschlag allerdings zu ergänzen. Jänig: "Bei der Bezugsgröße darf nicht allein auf den Wert des Endenergieverbrauches abgestellt werden. Vielmehr müssen auch die Senkung der Kohlendioxid-Emissionen und der Primärenergieverbrauch berücksichtigt werden." Neben den bisherigen Adressaten, den Stadtwerken mit leitungsgebundenen Energien, müssten auch nicht-leitungsgebundene Energieversorger und weitere Akteure einbezogen werden. Nicht nachvollziehbar sei, weshalb beispielsweise Geräte- und Fahrzeughersteller sowie der Handel von der Richtlinie ausgenommen würden.

Jänig forderte zudem eine Klärung der Kostenfrage. Die Kosten, die den Energieversorgungsunternehmen entstünden, müssten in voller Höhe ausgeglichen werden. Damit die Richtlinie effektiv umsetzbar ist, sei wichtig, mögliche Effizienzprogramme besonders auf jene Maßnahmen zu konzentrieren, deren Einsparerfolge aufgrund standardisierter Verfahren mit geringem Aufwand nachgewiesen werden können. Nach Ansicht der ASEW seien die mit der Richtlinie verfolgten Ziele besonders effizient und kostengünstig über die aktive Einbindung der Verbraucher zu erreichen. "Wer seinen eigenen Verbrauch einfach bewerten kann, z.B. mit Hilfe von Durchschnittsverbräuchen vergleichbarer Haushalte, der wird Einsparpotentiale erkennen können und mittels Checklisten Energieverschwendern auf die Spur kommen."