Gesättigter Markt

Arthur D. Little: Kapitalproduktivität steigert Unternehmenswert

Welche strategischen Optionen bieten sich den Energieversorgungsunternehmen, um langfristig eine Wertsteigerung des Unternehmens zu erzielen? Dieser Frage ist die Managementberatung Arthur D. Little in einer Benchmarkingstudie nachgegangen. Dabei kam herazs, dass bei deutschen Energieversorgungern erhebliche Spannbreiten in der Kapitalproduktivität existieren.

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Der Energiemarkt in Europa ist mit kaum mehr als 0,5 Prozent Wachstum pro Jahr ein gesättigter Markt. Für Energieversorgungsunternehmen ergeben sich daraus erschwerte Rahmenbedingungen, um langfristig den Unternehmenswert zu verbessern: Sie haben geringe Chancen, ihren Absatz zu steigern. Auch Preiserhöhungen sind aufgrund von Deregulierung und Interventionen der Wettbewerbsbehörden nur begrenzt möglich. Größere Akquisitionen wie in der Vergangenheit, und damit externes Wachstum, sind, zumindest kurz- bis mittelfristig, ebenfalls nicht mehr zu erwarten.

Eine Benchmarking-Studie der Managementberatung Arthur D. Little ergab, dass Energieversorgungsunternehmen durch die Steigerung der Kapitalproduktivität den Unternehmenswert langfristig verbessern können. Die Studie zeigt auch, dass bei deutschen Energieversorgungsunternehmen erhebliche Spannbreiten in der Kapitalproduktivität existieren.

Unter Kapitalproduktivität – auch bekannt als Kapitalumschlag – wird das Verhältnis zwischen Jahresumsatz und dem durchschnittlich eingesetzten Kapital des Unternehmens verstanden. Die Produktivität gibt an, wie häufig ein Euro des Unternehmenskapitals pro Jahr umgeschlagen wird. Sie liegt im Durchschnitt bei 0,75 aller untersuchten Energieversorgungsunternehmen, die tendenziell sehr kapitalintensiv arbeiten. Die Studie zeigt jedoch: Nur jeder achte Energieversorger (13 Prozent) erzielt Umsatzrenditen und Kapitalproduktivitäten über dem Durchschnitt. Diese Energieversorger hätten bereits erfolgreich das Potenzial von effizientem Kapitalmanagement zur Wertsteigerung erkannt.

22 Prozent der Unternehmen müssen dagegen sowohl ihre Kosten senken als auch ihren Kapitaleinsatz nachhaltig verbessern. Diese Unternehmen sind laut Arthur D. Little am ehesten bedroht und werden langfristig unter fehlender Wettbewerbsfähigkeit leiden. Überdurchschnittliche Kapitalproduktivität, aber niedrige Umsatzrenditen zeichnen jedes sechste Unternehmen (17 Prozent) aus. Diese Unternehmen müssten sich in Zukunft stärker auf ihre Kostenstrukturen konzentrieren. Jedes zweite Unternehmen (48 Prozent) hingegen scheint seine Hausaufgaben beim Kostenmanagement, aber nicht bei der Kapitalproduktivität gemacht zu haben. Diese Unternehmen versuchen durch kurzfristige Maßnahmen, wie z.B. Personalabbau, die Kosten zu senken. Langfristig fehle ihnen oftmals eine zielgerichtete Strategie, den Unternehmenswert zu steigern.

Die großen Spannen in den Produktivitätskennzahlen bei Energieversorgungsunternehmen seien auf eine differenzierte Betrachtung des Umlauf- und Anlagevermögens einzelner Unternehmen zurückzuführen. Ansatzpunkte hierfür sind laut Arthur D. Little konsequenterweise die Bereinigung des Geschäftsportfolios um Randaktivitäten wie z.B. Verkehrsgesellschaften oder Entsorgungsunternehmen. Weitere Ansatzpunkte ergäben sich aus der Auslagerung von Unterstützungsfunktionen, z.B. IT, oder gar in der Auslagerung von Wertschöpfungsstufen, wie z.B. Netzbetrieb.

Als Wege zu einer verbesserten Kapitalproduktivität schlagen die Berater die Reduzierung des Nettoumlaufvermögens und die Optimierung des Anlagevermögens vor.

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