Nicht verloren, aber kritisch

ares hat Insolvenz angemeldet / Investorengespräche laufen weiter

Der Berliner Stromversorger ares Energie-direkt GmbH, Tochter der insolventen TXU Europe, hat ebenfalls Insolvenz angemeldet. Allerdings ist das wohl eher eine Vorsichtsmaßnahme, denn bisher konnten alle Verbindlichkeiten zeitnah erfüllt werden. Außerdem laufen die Investorengespräche weiter, sie sollen am Wochenende abgeschlossen werden.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Insolvenz der TXU Europe zieht erste Kreise: Wie das strom magazin schon gestern erfuhr, hat der Energiedienstleister ares Energie-direkt beim Amtsgericht Charlottenburg (AZ: 106IN6610-02) Insolvenz angemeldet. Dennoch laufen die Gespräche mit potenziellen Investoren weiter, ares-Geschäftsführer Sabri Eryigit erwartet den Abschluss am Wochenende. "Wir hoffen, dass wir den Insolvenzantrag zu Beginn kommender Woche zurückziehen können", sagte er dem strom magazin.

Obwohl ares schon im kommenden Jahr positive Deckungsbeiträge erwirtschaften will und auch alle Verbindlichkeiten zeitnah erfüllt hat, ist der Insolvenztatbestand durch die angemeldete Insolvenz der Mutter, TXU Europe, erfüllt. Grund: Die Sicherheiten sind weggefallen und die Gefahr einer Überschuldung besteht. Quasi als Vorsichtsmaßnahme hatten Eryigit und sein Vorstandskollege Schwarten die Insolvenz Mitte dieser Woche eingereicht. Sollten die Gespräche mit den verbliebenden drei Interessenten positiv verlaufen, kann der Insolvenzantrag jederzeit zurückgezogen werden. Das bestätigte ein Sprecher des Amtsgerichts Charlottenburg dem strom magazin auf Anfrage.

Noch ist also nicht alles verloren, obwohl die Lage mehr als kritisch ist. Eryigit zeigte sich gegenüber dem strom magazin überzeugt davon, dass die Investorengespräche am Wochenende eine positiven Abschluss finden. Dennoch könnte es sein, dass einige Stromversorger übereilt die Verträge mit ares kündigen und die Kunden in die Notstromversorgung fallen. In jedem Fall werden sie die Kunden davon schriftlich unterrichten. Laut Verbändevereinbarung II haben diese dann drei Monate Zeit, sich einen neuen Stromanbieter zu suchen.

Unser Rat: Warten Sie als ares-Kunde in jedem Fall auf ein Schreiben Ihres örtlichen Versorgers. Sie müssen sich keinerlei Gedanken darüber machen, dass man Ihnen den Strom abstellt, denn es besteht in Deutschland eine Versorgungspflicht. Sobald es neue Informationen gibt, erfahren Sie es im strom magazin.