Vergleichen und sparen

ArbeitsGruppe Energie: Deutsche zahlen 250 Millionen Euro pro Jahr zu viel für Erdgas

Mit einem neuen Erdgaspreischeck können Verwaltungen von Gebäuden mit mehr als 15 Wohneinheiten herausfinden, ob sie zu viel für Erdgas bezahlen. Dabei kommt es nämlich auf die richtige "Anschlussleistung" an, die bei vielen Abnahmestellen deutlich zu hoch eingestellt ist und so zu teuer ist.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Wie die ArbeitsGruppe Energie herausgefunden hat, werden in Deutschland jährlich 250 Millionen Euro zu viel für Erdgas gezahlt. Jetzt hat die Gruppe, die auch den "kommunalen Heizspiegel" erstellt, einen neuen Internet-Ratgeber entwickelt, der dabei helfen soll, die Heizkosten zu senken.

Für Gebäude mit mehr als 15 Wohneinheiten

Dabei werden die Verwaltungen zentralbeheizter Mehrfamilienhäuser angesprochen. Einzige Voraussetzung: Die Gebäude müssen mehr als 10 bis 15 Wohneinheiten umfassen und dürfen nicht im Versorgungsgebiet der GASAG (Berlin) liegen.

Die Berechnung basiert darauf, dass beim Bezug von Erdgas ein Festbetrag (Grundpreis) und in ein Betrag für die abgenommene Erdgasmenge fällig wird. Die abgenommene Erdgasmenge hängt ab vom Wetter, vom Verhalten der Nutzer und vom Zustand der Gebäude - also von Umständen, die sich nicht oder nur sehr schwer beeinflussen lassen. Beim Grundpreis ist das anders: Dieser wird für die Menge an Erdgas gezahlt, die an extrem kalten Wintertagen maximal zur Verfügung steht. Diese Menge, die sogenannte "Anschlussleistung", ist bei jedem zweiten Gebäude deutlich zu hoch eingestellt – und lässt sich meist mit wenig Aufwand senken, sagt die ArbeitsGruppe Energie. Häufig reiche die Anschlussleistung von Häusern in Deutschland für die Wetterverhältnisse in der inneren Mongolei oder in Nowosibirsk aus, für den Winter in Flensburg oder Berchtesgaden würde oft die Hälfte der beim Erdgasversorger bestellten Kapazität genügen.

Richtige Anschlussleistung wichtig

Erhöht sind die Ausgaben, wenn jemand im selben Versorgungsgebiet für denselben Zeitraum mehr für Erdgas zahlt als andere für vergleichbare Gebäude. Also sollten Hausverwaltungen die Kosten je Kubikmeter oder Kilowattstunde Erdgas verschiedener Gebäude miteinander vergleichen, um herauszufinden, für welches Gebäude die "richtige" Anschlussleistung bestellt wurde und für welches nicht.

Um Hausverwaltungen diese Aufgabe zu erleichtern, hat die ArbeitsGruppe Energie auf der Website www.heizspiegel.de für zunächst 28 Versorgungsgebiete eine Sammlung von Vergleichspreisen eingerichtet, die Verwaltungen großer, gasbeheizter Gebäude die Möglichkeit gibt, einen solchen Preisvergleich anzustellen. Eine Korrektur der beim Erdgasversorger bestellten Anschlussleistung sollte dann problemlos möglich sein. Zumeist reiche ein einfaches Schreiben mit dem die Senkung der Anschlussleistung angemeldet wird. Allerdings verlangen alle Erdgasversorger hierzu eine Bescheinigung des Heizungbauers, der vorher den Erdgasbrenner auf die neue Anschlussleistung eingestellt haben muss. Dazu bietet die ArbeitsGruppe Energie München/Berlin (AGE) ein Service-Paket an, das die Kosten für die fachliche Berechnung der notwendigen Anschlussleistung, für die Leistung des Heizungbauers und die Abwicklung des Projektes auf die Hälfte der Ersparnis des ersten Jahres begrenzt.

Derzeit gibt es den Erdgaspreischeck für diese Versorgungsgebiete: Augsburg, Gelsenkirchen, Mannheim, Bayreuth, Hamburg, München, Bonn, Ingolstadt, Oberhausen, Darmstadt, Kaiserslautern, Regensburg, Dresden, Karlsruhe, Saarbrücken, Duisburg, Krefeld, Ulm, Essen, Leipzig, Wuppertal, Esslingen, Lübeck, Frankfurt, Ludwigshafen, Freiburg und Mainz.