Boom beim Biogas

Anzahl der Anlagen in NRW hat sich verdoppelt

Die Anzahl der Biogasanlagen hat sich in NRW innerhalb von zwei Jahren verdoppelt. Die Anlagen werden mit Gülle und so genannten Kofermenten wie zum Beispiel Mais, Grünroggen oder Fetten betrieben. Das bei dem Vergärungsprozess freiwerdende Methan kann zur Energieerzeugung genutzt werden.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Bad Sassendorf (ddp-nrw/sm) - Die Biogasanlagen in der nordrhein-westfälischen Landwirtschaft sind auf dem besten Weg, ihr Nischendasein zu beenden. Bis Ende dieses Jahres werden fast 200 Anlagen in NRW Strom und Wärme aus Biogas erzeugen, wie der Referent für nachwachsende Rohstoffe beim Landwirtschaftszentrum Haus Düsse, Hans-Bernd Hartmann, der Nachrichtenagentur ddp in Bad Sassendorf sagte.

Damit habe sich die Anzahl der Biogasanlagen innerhalb von zwei Jahren verdoppelt. Die Anlagen werden mit Gülle und so genannten Kofermenten wie zum Beispiel Mais, Grünroggen oder Fetten betrieben. Das bei dem Vergärungsprozess freiwerdende Methan kann zur Energieerzeugung genutzt werden.

Gemessen an den rund 20 000 landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetrieben in NRW sei die Zahl der Biogasanlagen zwar noch relativ gering, räumte Hartmann ein. Die Entwicklung zeige jedoch, dass die Einrichtung von Biogasanlagen für die Bauern eine wichtige Quelle zur Reduzierung der Betriebskosten darstelle und ihnen neue Einkommenspotenziale biete.

Der Betrieb einer solchen Anlage erfordere aber bestimmte Voraussetzungen und sei nicht in jedem Fall zu empfehlen, betonte der Referent. So müssten Flächen für den Anbau der biologischen Verwertungsstoffe frei gehalten werden, auch müsse der Viehbestand ausreichend groß sein. Zudem erfordere eine solche Anlage Zeit und Know-how. Hartmann zufolge sollte pro Tag eine Arbeitszeit von durchschnittlich 2,5 Stunden dafür eingerechnet werden.

Nach Angaben von Hartmann müssen derzeit für ein Kilowatt installierte Leistung aus Biogas rund 4500 Euro investiert werden. Der erzeugte Strom wird in das Stromnetz gespeist, mit der Wärme können die Höfe geheizt werden. Zudem erhalten die Betreiber eine Mindest-Einspeisevergütung und können Bonus-Zuschläge bekommen. Die Vergütung ist allerdings degressiv und nimmt mit den Jahren ab.