Pläne

Anwohner sollen beim Netzausbau entschädigt werden

In Brandenburg sollen betroffene Anwohner künftig Entschädigungen erhalten, wenn in der Nähe ihrer Häuser Windkraftwerke oder Stromleitungen gebaut werden. Das können Geldzahlungen sein, aber auch Lärmschutzmaßnahmen, für die das Land sorgt, so die Planung von Wirtschaftsminister Christoffers.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Potsdam (dapd/red) - Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) will im kommenden Jahr verstärkt für neue WindKraft Räder, Biomassekraftwerke und Stromleitungen in Brandenburg werben. Dabei müsse das Land auch bereit sein, Bürgern oder Kommunen Entschädigungen zu gewähren, sagte Christoffers am Dienstag in Potsdam. Das könnten etwa Geldzahlungen oder Lärmschutzmaßnahmen für Anwohner in der Nähe von Windrädern sein.

Außerdem sollten Bürger mehr mitbestimmen können, etwa bei der Planung von Windparks nahe ihrer Häuser. Ohne Akzeptanz könne das Tempo beim Ausbau der erneuerbaren Energien nicht aufrechterhalten werden. Ziel der Landesregierung sei es weiter, im Jahr 2020 den primären Bedarf an Energien zu mindestens 20 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen zu decken.

Weiterer Schwerpunkt der Energiepolitik werde in den kommenden Jahren der massive Ausbau der Stromnetze sein, sagte Christoffers. Allein in Brandenburg müssten laut einer Studie der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus 1.000 Kilometer neue Stromleitungen gebaut werden. Sie werden gebraucht, um etwa den von Windkraft Rädern in ländlichen Gebieten erzeugten Strom in die Städte zu transportieren.

Beim Ausbau der Netze müsse auch immer die Möglichkeit geprüft werden, das Kabel unterirdisch zu verlegen. Dies sei aber nur in wenigen Fällen eine Lösung, sagte Christoffers. Der Eingriff in die Natur sei beim Verlegen unterirdischer Kabel "ausgesprochen hoch". Denn rund um Starkstromleitungen müsse die Erde entwässert werden, um die Leitungen nicht zu schädigen.