Bei Genehmigungsverfahren

Anwalt klagt gegen E.ON wegen Betrugs und Bestechung

Der Dresdner Rechtsanwalt Lothar Hermes will in den nächsten Tagen Klagen gegen den Düsseldorfer Energiekonzern E.ON unter anderem wegen Betrugs und Bestechung einreichen. Er wirft dem Unternehmen vor, bei Genehmigungsverfahren für Müllverbrennungsanlagen die Erörterungstermine manipuliert zu haben.

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Dresden/Erfut (ddp-lth/sm) - Gegen den Düsseldorfer Energiekonzern E.ON werden Klagen unter anderem wegen Betrugs und Bestechung vorbereitet. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, bei Genehmigungsverfahren für Müllverbrennungsanlagen und kleinere Deponien die vorgeschriebenen Erörterungstermine manipuliert zu haben, wie der Dresdner Rechtsanwalt und Einreicher der Klage, Lothar Hermes, am Dienstag erklärte. Er selbst sei Zeuge mehrerer solcher Termine unter anderem in Erfurt gewesen, das Procedere habe eher einer "Schmierenkomödie" geglichen, sagte Hermes auf ddp-Anfrage.

Es bestehe der Verdacht, dass E.ON die Termine nach immer gleichem, inszenierten Drehbuch ablaufen lasse mit dem Ziel, den Widerstand von Bürgern zu brechen, sagte Hermes weiter. Unter anderem seien so genannte Sachbeistände von E.ON gezielt auf diese Versammlungen eingeschleust worden. Daneben bestehe auch der Verdacht, dass der Konzern Gutachten von öffentlich vereidigten Sachverständigen nachträglich in seinem Sinne überarbeiten ließ.

Mitarbeiter der Genehmigungsbehörden stehen laut Hermes zudem im Verdacht der Bestechlichkeit. Die Klagen will der Anwalt in den nächsten Tagen bei den Staatsanwaltschaften in Erfurt, Weimar und Düsseldorf einreichen.