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Anträge auf Förderung von Ökoheizungen sind wieder möglich

Hausbesitzer werden vom Staat wieder beim Austausch ihrer alten Heizungsanlage gefördert. Ab Montag können Hausbesitzer wieder Anträge auf Förderung von klimafreundlichen Heizungen beim BAFA stellen. Die Behörde informierte auch darüber, wessen Anträge neu gestellt werden müssen; es gibt einen Stichtag.

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Berlin (afp/red) - Der Haushaltsausschuss entsperrte am Mittwoch Mittel in Millionenhöhe, mit denen die Bundesregierung den Einbau klimafreundlicher Heizungen fördert. Das Geld können Interessierte über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragen, das auch schon für die Abwrackprämie zuständig war.

Rund 380 Millionen Euro stellte die Regierung in diesem Jahr ursprünglich im so genannten Marktanreizprogramm (MAP) zur Verfügung, mit dem sie die klimafreundliche Umrüstung von Heizungsanlagen fördert. Die Nachfrage war groß, und Anfang März sperrte der Bundestag angesichts der unsicheren Finanzlage Haushaltsmittel für das Programm in Höhe von 115 Millionen Euro. Anfang Mai war das bis dahin verfügbare Geld für die Förderung aufgebraucht.

Eine Freigabe des Geldes konnte nur das Bundesfinanzministerium beim Haushaltsausschuss beantragen, was es bislang trotz heftiger Kritik von Ökonomen, Umweltschützern und aus der Wirtschaft zunächst nicht tat. Ende Juni unternahm das Ministerium in einem Brief an die Ausschussvorsitzende Petra Merkel (SPD) dann doch diesen Schritt, und am Mittwoch entsperrte der Haushaltsausschuss das Geld endgültig.

Somit können Hausbesitzer ab Montag wieder Anträge auf die Förderung stellen, wie das BAFA mitteilte. Wer bis zum 3. Mai bereits einen Antrag gestellt hatte, dessen Förderantrag wird demnach jetzt - wenn alle Bedingungen erfüllt sind - genehmigt. Wer seinen Antrag danach einreichte, muss die Förderung allerdings neu beantragen.

Die Befürworter des Förderprogramms argumentieren, die Förderung der Heizungsmodernisierung sei notwendig, um die Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen. Diese sehen vor, den Anteil erneuerbarer Energien bei Wärme von heute knapp acht auf 14 Prozent im Jahr 2020 zu erhöhen. Die Wärmeproduktion trägt deutlich zu den Kohlenstoffdioxid-Emissionen in Deutschland bei. Durch eine Modernisierung könnte der Klimagasausstoß deutlich reduziert werden.

Dem Marktanreizprogramm wird zudem ein großer wirtschaftlicher Nutzen bescheinigt: Die Förderung von 380 Millionen Euro in diesem Jahr werde Investitionen von rund 2,8 Milliarden Euro auslösen, erklärte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU). Es helfe damit dem lokalen Handwerk genauso wie der mittelständischen Industrie im Wärmesektor. Befürworter des Programms argumentieren zudem, die Einnahmen des Staates an Steuern und Sozialabgaben seien höher als die Ausgaben für die Fördermittel.

Gefördert wird mit dem MAP-Geld etwa der Austausch von alten Ölheizungen durch Solarkollektoren, Biomasseheizungen und Wärmepumpen. Das Programm soll auch in den kommenden Jahren weiterlaufen, die Mittel allerdings deutlich gekürzt werden. Weiterhin gesperrt bleibt das Geld aus einem ähnlichen Programm, mit dem der Einbau von Minianlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung bezuschusst wird. Diese erzeugen gleichzeitig Wärme und Strom.