Großes X

Anti-Atom-Initiativen rufen zum Boykott der Landtagswahl auf

Den Wahlzettel mit einem großen X durchstreichen - das wünschen sich Nordrhein-Westfalens Anti-Atom-Initiativen und fordern damit zum Boykott der Landtagswahl am 22. Mai auf. Das Ende der Kernenergie könne nicht in der Wahlkabine, sondern nur auf der Straße erreicht werden.

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Bochum (ddp-nrw/sm) - Nordrhein-Westfalens Anti-Atom-Initiativen rufen zum Boykott der Landtagswahl am 22. Mai auf. "Die Leute sollen den Wahlzettel einfach mit einem großen X durchstreichen", forderte Felix Ruwe von der Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" gegenüber der Zeitung "taz nrw" (Donnerstagausgabe) in Bochum.

Zehn Jahre grüner Regierungsbeteiligung in Düsseldorf hätten nichts gebracht als "leere Versprechungen", sagte der Lehrer, der sich auf kommunaler Ebene bei der Unabhängigen Wählergruppe Ahaus engagiert. "Die Energiepolitik der Landesregierung ist nicht mehr im grünen Bereich. Bei uns herrscht Alarmstufe rot."

Die Atomkraftgegner kritisieren vor allem den Ausbau der Urananreicherungsanlage (UAA) Gronau, den im Sand verlaufenen Protest des rot-grünen Kabinetts gegen die Castortransporte nach Ahaus und die immer noch laufenden Kernenergie-Versuche im Forschungszentrum Jülich.

"Der rot-grüne Atomausstieg gleicht der schwarz-gelben Atompolitik", bemängelte auch Matthias Eickhoff, Sprecher der "Initiative Widerstand gegen Atomanlagen" aus Münster. Für einen glaubhaften Ausstieg aus der Atomkraft stehe keine der zur Wahl angetretenen Parteien. Das Ende der Kernenergie könne "nicht in der Wahlkabine, sondern nur auf der Straße" erreicht werden, sagte Eickhoff. Am Wahltag sollten Atomkraftgegner besser an den Protesten rund um das Brennstoffzwischenlager (BZA) Ahaus, dem Sonntagsspaziergang, teilnehmen.