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ProtesteMit Menschenketten haben Atomkraftgegner am Samstag in ganz Deutschland gegen die Pläne der Bundesregierung zur Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken protestiert. Sogar Fußballfans beteiligten sich an den Protestaktionen, die teils besser besucht waren als von den Organisatoren erwartet.
Hamburg/Berlin (ddp/red) - Wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am Sonntag mitteilte, beteiligten sich mehr als 8000 Menschen in über 50 Städten. Zu dem bundesweiten Aktionstag hatten Parteien, Umweltverbände und Gewerkschaften aufgerufen.
Bei den Anti-Atom-Demos ging es laut BUND darum, sogenannte Probeketten zu bilden. Mit der Aktion sollte nach Angaben des Hamburger BUND-Koordinators, Björn Obmann, zum Protesttag am 24. April mobilisiert werden. Dann wollen Atomkraftgegner eine etwa 120 Kilometer lange Menschenkette zwischen den schleswig-holsteinischen Kernkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel des Betreibers Vattenfall bilden. Der Pannenreaktor Krümmel steht nach einem Trafobrand und einem Kurzschluss mit kurzer Unterbrechung seit Ende Juni 2007 still. Brunsbüttel ist nach einer Schnellabschaltung ebenso lange vom Netz.
Zur Aktion am 24. April sind die 120 Kilometer zwischen den beiden Atommeilern laut Obmann in zahlreiche Abschnitte aufgeteilt, für die jeweils eine Region in Deutschland die Patenschaft übernommen hat und Aktivisten stellt. Lediglich Hamburg müsse für seine 35 Kilometer aus eigener Kraft die nötigen Teilnehmer mobilisieren.
In Hamburg hatten sich am Samstag entlang der Haupteinkaufsmeile Mönckebergstraße mehrere Hundert Atomkraftgegner eingefunden. Unter Sprechchören und mit Transparenten, Spruchbändern und Fahnen bildeten sie eine Reihe, die vom Kundenzentrum des Energiekonzerns Vattenfall fast bis zum Rathaus reichte, sagte Obmann. Nach seinen Angaben beteiligten sich rund 400 Menschen an der Aktion, die Polizei schätzte die Zahl auf etwa 500.
Auch in Hannover erstreckte sich die Probekette quer durch die Innenstadt. An der Kette, die vom Platz der Weltausstellung hinter dem Kröpcke Center bis in die Bahnhofsstraße reichte, hätten sich mehr als 250 Menschen beteiligt, unter ihnen sogar Fußballfans, sagte Organisatorin Christiane Weber vom BUND Niedersachsen. "Mit solch einer großen Beteiligung haben wir nicht gerechnet", so Weber. "Bei so einer hohen Beteiligung im Vorfeld sind wir zuversichtlich, die 120 Kilometer lange Menschenkette auf die Beine stellen zu können. Atomkraft ist nicht gewollt und das werden wir mit vielen großen und kleinen Aktionen deutlich machen."
Ebenfalls am Samstag demonstrierten Anti-Atom-Aktivisten auch in Berlin und Potsdam. In Berlin begann die Reihe am Mittag an der Zentrale von Vattenfall Europe und sollte vor der Unternehmensrepräsentanz von RWE enden. In Berlin zählte die Polizei rund 2000 Teilnehmer, die Veranstalter sprachen von 1500 Demonstranten. In Potsdam versammelten sich rund 120 Menschen.
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