Studie

Anteil privater Stromerzeuger steigt ständig

Eine neue Studie zeigt, dass angesichts steigender Strompreise einerseits immer mehr Menschen in Erdwärme aus der Tiefe oder die Solaranlage auf dem Dach investieren. Andererseits werden für Mieter mit kleinem Portemonnaie die Stromkosten zunehmend zur Belastung, weil sie einen viel größeren Teil des Einkommens ausmachen.

Förderung Solarenergie© stormpic / Fotolia.com

Essen (dpa/red) - Immer mehr Eigentümer statten ihre Häuser mit Sonnenkollektoren, Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen aus, um Strom und Wärme selbst zu erzeugen. Für einkommensschwache Mieter wird der Strom zugleich zum belastenden Faktor in ihrer Haushaltsrechnung: Er nimmt einen wesentlich größeren Teil des Einkommens ein als bei Besserverdienern. Das ergab eine am Donnerstag veröffentlichte Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) und der Meinungsforscher von Forsa im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums. Befragt wurden mehr als 7100 repräsentativ ausgewählte Privathaushalte.

Anteil der Stromerzeuger steigt stetig

Danach hatten Anfang 2012 bundesweit bereits 5,5 Prozent der bewohnten Gebäude Photovoltaikanlagen auf dem Dach. 2006 waren es nur 1,8 Prozent. Der Anteil der Häuser mit Wärmepumpen stieg in derselben Zeit von 2,4 auf 4,2 Prozent. Sonnenwärmekollektoren hatten Anfang vergangenen Jahres 8,9 Prozent aller Häuser (2006: 4,9). "Das ist ein kontinuierlicher Anstieg seit Jahren", sagte der Bereichsleiter Umwelt beim RWI, Manuel Frondel, auch mit Blick auf Vorgängerstudien seit 2003.

Hohe Kostenbelastung vor allem für Geringverdiener

Erstmals ging es in der aktuellen Studie auch um die Kostenbelastung im Zusammenhang mit dem Haushaltsstrom: Der Stromkostenanteil liegt demnach wie zu erwarten bei einkommensschwachen Haushalten deutlich höher als bei solchen mit höheren Einkommen, so das RWI. Haushalte der niedrigen Einkommenskategorie von 500 bis 1000 Euro gäben im Durchschnitt 4,9 Prozent des Nettoeinkommens für den Strom aus. Bei den einkommensstärksten Haushalten seien es nur 1,4 Prozent.

Gas bleibt vor Öl wichtigste Energiequelle

Nach den Stromkostenanteilen waren 2224 private Haushalte befragt worden. Da bis zur Endabrechnung für den Strom häufig ein Jahr vergeht, beziehen sich die Antworten zur Kostenbelastung auf die Jahre 2009 und 2010. Die deutlichen Strompreiserhöhungen in Folge der Energiewende und des EEG sind also weitgehend noch nicht in der Erhebung erfasst. Hauptenergiequellen der Haushalte blieben 2010 Gas (34,5 Prozent) und Öl (27,2 Prozent) vor Strom (18,7 Prozent).

Quelle: DPA