Effizienzsteigerung

Anreizregulierung: Wie Deutschland von Großbritannien lernen kann

Seit den 90er ist der britische Energiemarkt reguliert, der Wettbewerb auf der Insel funktioniert und gilt als Musterbeispiel in Europa. Wie Deutschland von den Erfahrungen lernen kann, besprachen die RegTP und die äquivalente britische Behörde in dieser Woche in Berlin. Im Mittelpunkt stand die Anreizregulierung.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - In dieser Woche veranstalteten die deutsche Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (Reg TP) und die Britische Botschaft in Berlin eine Konferenz zur Energieregulierung in Deutschland und in Großbritannien. Im Vordergrund stand die Frage, wie Deutschland von den Regulierungserfahrungen in Großbritannien lernen kann.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das System der Anreizregulierung, das die RegTP innerhalb eines Jahres für den deutschen Markt entwickeln soll. "Die Anreizregulierung ist dabei das in Deutschland innovative Element, das den unternehmerischen Kräften und der Kreativität der Unternehmen zusätzliche Dynamik verleihen und die Effizienz der Unternehmen steigern soll", beschrieb Matthias Kurth, Präsident der Reg TP, seine Vorstellungen zur Anreizregulierung. Gerade in diesem Bereich habe Großbritannien umfangreiche Erfahrungen gesammelt. "Der britische Regulierungsansatz hat zu einer erheblichen Produktivitätssteigerung sowie zu einer Senkung der Netznutzungsentgelte um nahezu 50 Prozent geführt", so Kurth weiter.

Joan MacNaughton, Director General Energy (Abteilungsleiterin) im britischen Ministerium für Handel und Industrie, erklärte: "Deutschland spielt eine zentrale Rolle auf dem europäischen Energiemarkt. Und ich begrüße diese Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch. Die Marktöffnung bei Gas und Elektrizität in Großbritannien hat den Verbrauchern ebenso wie der Wirtschaft reale Vorteile gebracht. Es spricht alles dafür, dass offene und nachhaltige Energiemärkte in ganz Europa zu mehr Wettbewerb führen und Impulse für wirtschaftlichen Fortschritt in der ganzen Europäischen Gemeinschaft geben werden. Das ist der Grund, warum wettbewerbsorientierte Märkte für den britischen EU-Ratsvorsitz in den kommenden sechs Monaten eine vorrangige Priorität sein werden."