Reformvorschlag

Anlagenbesitzer sollen Strom selbst vermarkten

Die Energiewirtschaft pocht auf eine Kehrtwende bei der Förderung erneuerbarer Energien mit einem Ende der bisher auf 20 Jahre garantierten Bezuschussung neuer Wind- und Solarparks. Künftig sollten Anlagenbesitzer statt einer Abnahmegarantie ihren Strom selbst vermarkten, heißt es in einem am Freitag vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) vorgelegten Reformplan.

Solarenergie© electriceye / Fotolia.com

Berlin (dpa/red) - "Aus Subventionsempfängern müssen Kaufleute werden", betonte BDEW-Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht eine Reform in diesem Bereich als eine ihrer ersten Aufgaben an - gerade auch mit Blick auf die hohen Strompreise. Per Umlage zahlen Unternehmen und Verbraucher die Förderung von Ökoenergie über den Strompreis mit.

Ausbautempo regional steuern

Um das finanzielle Risiko zu mindern, soll es laut BDEW mittelfristig für Ökoenergie-Anbieter eine fixe Marktprämie geben, um die sich die Anbieter in Auktionen bewerben können. Für jede Region könnte so das Ausbautempo gesteuert werden. Bisher fehlt ein Steuerungsinstrument - zudem gäbe es mehr Kostenkontrolle.

Kohle und Gas für die Versorgungssicherheit

Damit zum Ausgleich der schwankenden Ökostrom-Produktion weiter ausreichend Kohle- und Gaskraftwerke die Versorgungssicherheit garantieren, empfiehlt der BDEW einen gesonderten Kapazitätsmarkt. "Auf diesem Markt würden gesicherte Kapazitäten von Kraftwerken in Form sogenannter Versorgungssicherheitsnachweise gehandelt", heißt es - es gäbe also Prämien dafür, dass zu jeder Zeit Strom geliefert werden kann - dies können Wind- und Solarparks nicht zusichern.

Quelle: DPA