Anhörung der Enquete-Kommission: Klimawandel lässt sich nicht aufhalten - aber begrenzen

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Kürzlich hat sich die Energie-Enquete-Kommission im Deutschen Bundestag über die neuesten Erkenntnisse der Klimaforschung unterrichten lassen. Die Ergebnisse sind eindeutig: eine Erhöhung der mittleren globalen Temperatur um 2 Grad Celsius ist wegen der bereits erfolgten Emissionen nicht mehr aufzuhalten. Axel Berg, Sprecher der SPD-Fraktion in der Kommission: "Die Auswirkungen auf einzelne Regionen können recht unterschiedlich ausfallen und sind im Detail auch schwer vorhersagbar. Die Indizien lesen wir aber bereits jeden Tag in der Zeitung: längere Trockenperioden im Sommer, mehr Niederschläge im Winter bei weniger Schnee, mehr Stürme, mehr Unwetter wie jetzt in Italien."


Die Klimafolgen würden vom Energieverbrauch und den damit verbundenen Emissionen durch den Menschen mitverursacht. Berg erläutert: "Die Szenarien sagen einen Temperaturanstieg um 5 Grad Celsius bis zum Ende dieses Jahrhunderts voraus, wenn wir so weitermachen wie bisher. Daraus folgt durch die Erwärmung der Meere und das Schmelzen der Gletscher ein Anstieg des Meeresspiegels um 20-80 cm. Um z. B. Holland zu schützen, müssten die Deiche erhöht werden, jeder Zentimeter kostet allein für die holländische Deichlinie etwa 100 Millionen DM." In Ländern wie Bangladesch oder Vietnam hieße es bereits immer öfter "Land unter".


Berg mahnt eindringlich an, dass es nicht nur um Marktgüter, sondern auch um gesellschaftliche und ökologische Werte gehe, um den Verlust von Kulturgütern und die Funktionsfähigkeit ganzer Ökosysteme. Und er ist überzeugt: "Mit der Ökosteuer und dem Klimaschutzprogramm ist die Bundesregierung gegen große und leichtfertige Widerstände auf dem richtigen Weg, im Sinne der Daseinsvorsorge noch größere Schäden in der Zukunft abzuwenden."